Gold im Visier
Wellinger kommt in Pyeongchang bestens zurecht

Andreas Wellinger darf optimistisch dem Springen auf der Normalschanze entgegenblicken. Bild: Daniel Karmann/dpa

Pyeongchang liegt den DSV-Adlern. Auf der modernen Schanze in Südkorea winkt den Favoriten Wellinger und Freitag der erste Einzel-Olympiasieg seit Weißflog. Den Abend vor dem geplanten Gold-Coup verbringen die beiden Top-Springer höchst unterschiedlich.

Pyeongchang. Den olympischen Spirit und die Teilnahme an der Eröffnungsfeier opferte Andreas Wellinger für seinen großen Traum von Gold. Anders als seine Skisprung-Teamkollegen um Rivale Richard Freitag setzte der 22-jährige Tournee-Zweite vor dem Olympia-Einzel am Samstag (13.35 Uhr/MEZ) auf Entspannung, Wärme und einen gemütlichen Fernsehabend auf der Couch. "Die Feier ist etwas Besonderes. Aber ich bin hier, um Wettkämpfe zu springen", sagte Wellinger. Die Botschaft ist klar: Nach Team-Gold in Sotschi will der lockere Bayer nun als erster deutscher Skispringer seit Jens Weißflog 1994 Olympiasieger im Einzel werden.

Klar stärkster Springer

Der zuweilen unbeständige Wellinger hat sich stabilisiert und ruft auf der Normalschanze in Pyeongchang bislang sein riesiges Potenzial ab. In der Probe und der Qualifikation am Donnerstag war der Mixed-Weltmeister der klar stärkste Springer. "Er hat ein Zeichen gesetzt", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Mit Wellinger und Freitag haben die DSV-Adler gleich zwei ganz heiße Kandidaten auf Medaillen zum Auftakt der Spiele von Südkorea.

Angenehmes Gefühl

"Wir können Geschichte schreiben, wir können aber auch leer ausgehen. Aber die Vorarbeit ist gemacht, von dem her ist es ein angenehmes Gefühl", ordnete Schuster die Vorleistungen seiner Schützlinge ein. In der Qualifikation ragte das deutsche Sprung-Team um Quali-Sieger Wellinger heraus. Auch Freitag, Markus Eisenbichler und Karl Geiger landeten unter den besten Sieben. "Die Mannschaft hat sich sehr kompakt präsentiert und den Rhythmus hier verinnerlicht", sagte Schuster. In drei Tagen galt es, acht Stunden Zeitumstellung und einen neuen Schlafrhythmus umzusetzen.

Wellinger hat das offenbar am besten gemeistert. Wechselten sich vor Wochenfrist in Willingen noch gute mit schlechten Sprüngen ab, ist er in der klirrenden Kälte von Pyeongchang ein Muster an Beständigkeit.
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