09.04.2018 - 21:54 Uhr
Deutschland & Welt

Golfsport Reed kein Liebling der Golf-Fans

Meister der Herzen wird Golfer Patrick Reed nicht mehr. Dafür feiert der selbstbewusste Texaner mit dem Master-Erfolg seinen ersten Major-Titel. Kaymer und Langer spielen wie Superstar Woods keine Rolle.

Patrick Reed am achten Loch: Der US-Golfer gewann beim Masters in Augusta seinen ersten Major-Titel. Bild: Curtis Compton/dpa
von Agentur DPAProfil

Augusta. Es war vielleicht der leiseste Sieg-Putt der Masters-Geschichte. Als US-Golfer Patrick Reed den Ball auf dem 18. Loch des Augusta National Golf Club zum Par und seinem ersten Major-Titel versenkte, jubelten die Fans zwar brav, aber es hätte genauso gut auch Loch 13 am Donnerstag sein können. Jeder durchschnittliche Par-Putt des zurückgekehrten Superstars Tiger Woods wurde an der Magnolia Lane deutlich lauter gefeiert. Die Zuschauer hätten lieber den Karriere-Grand-Slam von Rory McIlroy oder eine gekrönte Aufholjagd von Jordan Spieth als den sechsten Sieg auf der PGA-Tour des teils kratzbürstigen Reed gesehen.

"Am ersten Abschlag wurde ich von den Fans wirklich nett willkommen geheißen. Aber dann kam Rory und die Rufe waren schon ein bisschen lauter. Das hat mir aber auch in die Karten gespielt", sagte der 27-jährige Reed, der mit seinem Erfolg auf Platz elf der Weltrangliste sprang. "Es hat nicht nur mein Feuer etwas mehr brennen lassen, es hat mir auch den Druck genommen, der nun bei ihm lag."

Der Texaner Reed ging als Führender mit drei Schlägen Vorsprung auf McIlroy in die Schlussrunde. Doch der Nordire, dem nur noch der Masters-Titel in seiner Major-Sammlung fehlt, spielte eine schwache 74er-Runde auf dem schweren Par-72-Kurs und wurde nur geteilter Fünfter. Am Ende gewann Reed mit einem Gesamtscore von 15 Schlägen unter Par das 82. Masters-Turnier vor seinen Landsleuten Rickie Fowler (-14) und Spieth (-13). "Dass ich auf dem letzten Loch Par spielen musste, um mein erstes Major zu gewinnen, fühlte sich richtig an", sagte Reed nach seinem Sieg beim Traditionsturnier. Bernhard Langer (+3/38. Platz) und Martin Kaymer (+6/48.) hatten mit dem Ausgang des Traditionsturniers nichts zu tun.

Während Reed erstmals das Grüne Jackett für den Masters-Sieg überstreifen durfte und ein Preisgeld von 1,98 Millionen US-Dollar einstrich, kam Tiger Woods bei seiner Rückkehr nur auf den geteilten 32. Platz. Nach seiner langen Leidenszeit mit vier Rücken-Operationen konnte sich der 14-malige Major-Sieger immerhin damit trösten, dass er als 88. erstmals seit 2015 wieder unter den besten 100 der Weltrangliste steht.

Dass ich auf dem letzten Loch Par spielen musste, um mein erstes Major zu gewinnen, fühlte sich richtig an.Patrick Reed

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