08.02.2018 - 20:42 Uhr
Deutschland & Welt

Größer, cooler, weiter Olympia will die Jugend gewinnen

Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang wird es vier neue Wettbewerbe im Snowboard, alpinen Ski, Eisschnelllauf und Curling geben. Das Internationale Olympische Komitee will damit am Puls des modernen Sports bleiben und junge Generationen gewinnen

Silvia Mittermüller aus München übt schon mal für das "Gladiatoren-Snowboardfahren", wie sie die Flugshow im Big Air bezeichnet. Bild: Angelika Warmuth/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Die XXIII. Olympischen Winterspiele in Pyeongchang werden cooler, trendiger und offener für Frauen sein. Dafür hat das Internationale Olympische Komitee vier neue Disziplinen in das Programm aufgenommen: Das spektakuläre Big-Air im Snowboard, den Massenstart im Eisschnelllauf und die Mixed-Team-Wettbewerbe im alpinen Skisport und im Curling. Gestrichen wurde der Parallelslalom im Snowboard. "Attraktivität first" lautet das IOC-Motto! Die olympischen Innovationen auf Eis und Schnee stoßen auf unterschiedliche Resonanz und Zustimmung. "Mir macht das Spaß, aber die Regeln versteht kein Mensch", meinte Claudia Pechstein, die bei ihrer siebten Olympia-Teilnahme im Massenstart Neuland betritt. "Wie soll man es auch erklären, dass am Ende jemand auf Platz vier landet, der als Letzter oder Vorletzter ins Ziel kommt - nur weil er ein paar Punkte in den Sprintwertungen geholt hat."

Den Kampf überlebt

Viel Courage erfordert die Flugshow im Big-Air, bei dem die Snowboard-Akrobaten über eine Schanze sausen und atemberaubende Sprünge und Salti zeigen. "Es ist Gladiatoren-Snowboardfahren", sagte die Münchnerin Silvia Mittermüller. "Es fühlt sich verdammt gut an, wenn es vorbei ist und man den Kampf überlebt." Dass der Parallelslalom dafür gestrichen wurde, bedauert Stefan Knirsch, Sportdirektor von Snowboard Germany: "Es ist kein Geheimnis, dass die Racemannschaft zuletzt die Kohlen aus dem Feuer geholt hat." Wie 2014 mit Silber und Bronze durch Anke Karstens und Amelie Kober.

Mixed-Curling feierte schon einen Tag vor der Eröffnungsfeier in Pyeongchang die Premiere - allerdings ohne deutsche Starter, die sich nicht für Olympia qualifizierten. Auf den Einstand des alpinen Team-Events freut sich der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes. "Eine gute Entscheidung", befand Wolfgang Maier, kritisierte aber auch, dass zu viele Trendsportarten zu olympischen Sportarten gemacht würden und dadurch das Programm verwässert werde. Der Deutsche Olympische Sportbund sieht die Modernisierung ebenfalls zwiespältig. "Es gab aber auch schon in Sotschi neue Disziplinen, an denen wir uns auch haben messen lassen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Noch viel Luft nach oben

In Summe sehe er aber auch, dass die neuen Disziplinen in Deutschland nicht so gut entwickelt seien wie in anderen Ländern. Es gebe keine professionelle Halfpipe und die Förderung der Trendsportarten ließe zu wünschen übrig. "Da ist viel Luft nach oben."

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