05.09.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Große Chancen vergeben: Pfiffe bei der Rückkehr des Mittelstürmers - Löw verteidigt den langen ... Gomez schnell wieder der Sündenbock

Bundestrainer Joachim Löw (rechts) nahm Mario Gomez nach dessen Auswechslung in Schutz. Die Pfiffe gegen den Stürmer könne er gar nicht verstehen, sagte Löw. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Mit Beifallsstürmen bedankten sich die Fans bei ihrem sichtlich bewegten Tor-Liebling Miroslav Klose - unbarmherzige Pfiffe gab es dagegen gleich wieder für den Mann ohne Lobby. Mario Gomez war nach drei vergebenen Torchancen und einem missglückten Comeback im Vier-Sterne-Trikot des Fußball-Weltmeisters für Viele im Rund der Hauptschuldige für das 2:4 gegen Partyschreck Argentinien.

"Mittlerweile normal"

"Ich glaube, es ist auch ein Stück weit mittlerweile normal", sagte der inzwischen 29-Jährige zu seiner Déjà-vu-Rolle als Sündenbock, gegen die ihn schon immer allein Tore zu schützen vermochten. Die Pfiffe bei der Auswechslung empfand Gomez selbst "gar nicht so dramatisch", wie er später in den Stadionkatakomben versicherte: "Viele haben vielleicht gedacht, dass ich ein Tor mache nach dieser langen Zeit. Dann hatte ich diese zwei großen Chancen und habe das Tor nicht gemacht. Es ist so im Fußball." Joachim Löw mochte die Publikums-Reaktion nicht unkommentiert stehenlassen. Er schützte seinen Angreifer und tadelte die Kritiker: "Grundsätzlich geht es einfach nicht, dass ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft ausgepfiffen wird, nur weil er die eine oder andere Chance liegengelassen hat", sagte der Bundestrainer zum Foul der Fans, die er belehrte: "Mario hat sieben Monate verletzt gefehlt, hat ein einziges Pflichtspiel bestritten. Ich weiß das als Trainer richtig gut einzuschätzen, dass er nicht in Topform sein kann."

Trotzdem hätte es ein Abend mit einem perfekten Drehbuch werden können: Weltmeister Klose sagt nach 13 Jahren mit 137 Länderspielen und 71 Toren als hochdekorierter WM-Rekordschütze (16 Treffer) auf Wiedersehen - und kurz nach der Verabschiedung im Stadion zeigt sein Erbe: "Hey, ich bin da!" Aber im ersten Spiel nach dem WM-Titelgewinn ging schließlich nicht nur bei Gomez der Plan nicht auf. "Ich war sehr motiviert. Ich habe mich gut gefühlt", erzählte der Angreifer des AC Florenz und ergänzte: "Jetzt haben wir ein Spiel verloren, sicherlich auch, weil ich die beiden Bälle nicht reingemacht habe."

Mario Götze, der Siegtorschütze im Finale von Rio, kam für ihn ins Spiel (58. Minute), umjubelt und auch prompt wieder gefeiert als Torschütze zum 2:4. Pfiffe gab es an diesem Abend nur für Gomez.

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