Handball
Überzeugende Generalprobe

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft feierte bei der Generalprobe für die Weltmeisterschaft in Frankreich einen überzeugenden 33:16-Sieg gegen Österreich. Holger Glandorf, der hier einen seiner drei Treffer bejubelt, feierte nach zweieinhalb Jahren ein überraschendes Comeback in der DHB-Auswahl. Das erste WM-Gruppenspiel bestreitet das deutsche Team am Freitag gegen Ungarn. Bild: dpa

Die deutschen Handballer sind bereit für die Weltmeisterschaft. Im letzten Test gegen Österreich gelingt ein Kantersieg. Sorgen bereitet nur Kapitän Uwe Gensheimer, der um seinen plötzlich verstorbenen Vater trauert. Dafür kehrt ein Weltmeister von 2007 zurück.

Kassel. Weltmeister Holger Glandorf empfahl sich bei seinem überraschenden Comeback als WM-Joker, Kapitän Uwe Gensheimer droht den WM-Auftakt wegen eines Trauerfalls in der Familie zu verpassen. Trotz der überzeugenden Generalprobe beim 33:16 (17:11)-Sieg gegen Österreich fährt Europameister Deutschland nicht ganz sorgenfrei zur Weltmeisterschaft nach Frankreich. "Wir gehören zu den sechs besten Mannschaften in der Welt. Aber ich warne davor, die Vorrundengruppe zu unterschätzen", mahnte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Im ersten WM-Spiel trifft die DHB-Auswahl am Freitag auf Ungarn.

Auch ohne Gensheimer, der wegen des unerwarteten Todes seines Vaters vor dem Spiel abreiste, präsentierten sich die Bad Boys am Montagabend im letzten Test über weite Phasen des Spiels in WM-Form. Vor 4337 Zuschauern in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle waren Tobias Reichmann, Steffen Fäth und Jannik Kohlbacher mit jeweils vier Toren die besten Schützen. Gehörigen Anteil an der gelungenen Vorstellung hatte auch Glandorf, der sich bei seinem Comeback gut einfügte und in nur 20 Minuten drei Tore erzielte. "Er ist sehr gut drauf, aber wir wissen, dass er nicht zehn Spiele in drei Wochen machen kann", sagte Sigurdsson. In der zweiten Halbzeit durfte sich der Routinier, der am Mittwoch zunächst nicht mit nach Frankreich reisen wird, ausruhen. Der Weltmeister von 2007, der nach zweieinhalb Jahren sein Comeback in der Nationalmannschaft feierte, bleibt zu Hause auf Stand-by. "Wir warten die Zeit ab und schauen mal. Wenn etwas passieren sollte, stehe ich parat", betonte Glandorf.

Vor dem letzten Test hatte der Bundestrainer Philipp Weber, Erik Schmidt und Jens Schöngarth aus dem WM-Kader gestrichen. Das Trio war bereits am Sonntag aus dem Trainingslager in Kamen-Kaiserau abgereist. Im deutschen Mannschaftsbus werden die ursprünglich für 16 WM-Fahrer reservierten Plätze nicht komplett belegt sein. "Wir haben uns entschieden, nur 15 Spieler mitzunehmen und einen Platz offenzuhalten", verkündete Sigurdsson seinen Personalplan. Und noch ein Platz könnte vorerst frei bleiben - der von Kapitän Gensheimer.
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