Hannover auch ersatzgeschwächt mit 6:1 an die Wand gespielt - Gomez und Pizarro bewerben sich
Bayern bereit für Barcelona

Claudio Pizarro (rechts) versetzt in dieser Szene Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler und erzielt den 6:1-Endstand. Sowohl Pizarro als auch Mario Gomez empfahlen sich für die Startaufstellung gegen den FC Barcelona mit zwei Treffern. Bild: dpa

Die Generalprobe war ein besseres Trainingsspiel für den Europa-Gipfel mit Lionel Messi und Co. Unbeeindruckt von der Steueraffäre um Präsident Uli Hoeneß lieferte der FC Bayern München vor dem Champions-League-Knaller gegen den FC Barcelona eine weitere Bundesliga-Gala ab.

Beim 6:1 (3:0) gegen die überforderten Hannoveraner bewarben sich die prominenten Reservisten für einen Platz in der Startelf am Dienstag - allen voran die Doppel-Torschützen Mario Gomez und Claudio Pizarro.

Keiner lässt nach

"Wenn es läuft, dann läuft es", sagte Nationalspieler Thomas Müller nach dem letzten Test vor dem Halbfinal-Hinspiel. "Keiner lässt nach, auch wenn wir schon Meister sind." Barcelona kann kommen - so lautete das Fazit eines amüsanten Bundesliga-Nachmittags, bei dem sich der deutsche Meister warm schoss und seine Rekordjagd fortsetzte.

"Das Spiel hat gezeigt, dass ich keine B-Mannschaft habe, sondern nur eine A-Mannschaft", lobte Bayern-Coach Jupp Heynckes und kündigte für das Halbfinale in der europäischen Glamourliga das nächste Kunstwerk an: "Es begegnen sich vielleicht die zwei besten Mannschaften Europas. Da kann man schon einiges erwarten." Statt nüchternem Ergebnisfußball begeisterte sein Team einmal mehr mit inspiriertem Erlebnisfußball. Nur Torwart Manuel Neuer unterlief ein grober Fehler vor dem Ehrentreffer von Andre Hoffmann (85.).
Ansonsten schien sich jeder der ins Team rotierten Spieler für Dienstag aufdrängen zu wollen. Gomez (40./62.) und Pizarro (71./86) empfahlen sich mit ihren Doppelpacks für die Mittelstürmer-Position, die durch die Sperre von Mario Mandzukic in der Partie gegen Barça vakant ist. Zuvor hatten Hannovers Lars Stindl per Eigentor (16.) und Franck Ribéry (22.) den munteren Torreigen eröffnet.

In seiner Saison der Superlative nimmt der FC Bayern damit auch den 41 Jahre alten eigenen Torrekord ins Visier. Die Münchner erhöhten ihr Trefferkonto in der Liga auf 89 - das entspricht einem Schnitt von 2,97 Toren pro Spiel. Als bisher einzigem Team war dem FCB in der Saison 1971/72 mehr als 100 Treffer (101) gelungen.

Späte Entscheidung

Vor allem Pizarro und Gomez lieferten sich ein lockeres Wettschießen. So hat Heynckes im Angriff auch ohne Mandzukic die freie Auswahl. Festlegen wollte sich Heynckes noch nicht. "Die Entscheidung treffe ich am Montag, spätestens am Dienstag", sagte der Fußball-Lehrer.
Keiner der Verantwortlichen äußerte öffentlich Bedenken, dass der Fall Hoeneß zum Bayern-Problem werden könnte. Im Gegenteil: Nach Ansicht von Heynckes könnte die Steueraffäre sogar positive Folgen haben. "Bei uns gibt es immer irgendwelche Meldungen und Äußerungen und was weiß ich. Das schärft die Sinne, das macht uns noch aufmerksamer und noch ehrgeiziger", lautete seine Botschaft: "Meine Mannschaft lässt sich von nichts beeinflussen und beeindrucken."

Zumindest in Hannover stimmte das. Die Bayern setzten ihre Jagd nach Rekorden locker und kaum gestört fort. Der 26. Sieg in einer Saison ist eine neue Bestmarke, und den Punkterekord von Borussia Dortmund (81 Zähler) aus der vergangenen Saison stellten sie vier Spieltage vor Saisonschluss bereits ein.
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