Hoffnungen der deutschen Skispringer schwinden
Form-Tief-Flieger

Sechster und Vierter - Markus Eisenbichler ist bei der Vierschanzentournee aus deutscher Sicht die positive Überraschung. Andere Teamkollegen können's besser als bislang gezeigt. Bild: dpa

Garmisch-Partenkirchen. Zur Halbzeit der Vierschanzentournee haben sich die Hoffnungen der deutschen Skispringer nicht erfüllt. Nur Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe dürfen zufrieden sein.

Am einzigen Ruhetag der Vierschanzentournee gab Markus Eisenbichler auch abseits der Schanze Gas. Deutschlands neue Skisprung-Hoffnung genoss am Montagvormittag gemeinsam mit seinen Teamkollegen in einem Sponsorenauto den Fahrspaß auf einer Eispiste. Danach ging es zum Krafttraining. "Nach vier Sprungtagen ist es notwendig, den Jungs auch mal wieder ein paar Kilo aufzuladen und ein paar Kniebeugen zu machen", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Die Athletikübungen dürften Eisenbichler dabei kaum gestresst haben. Der 25-Jährige ist derzeit so gut drauf wie bisher noch nie in seiner Karriere und als Halbzeit-Vierter die große deutsche Tournee-Hoffnung.

Weltmeister Severin Freund dagegen kämpft bisher vergeblich gegen sein Formtief, Andreas Wellinger und Richard Freitag stagnieren im Mittelmaß. "Wir werden versuchen, die Mannschaft zu stabilisieren", formulierte Schuster den Anspruch für die Springen in Innsbruck und Bischofshofen. Der Bundestrainer beobachtet dabei den Reifeprozess von Eisenbichler mit großem Wohlwollen. "Er wächst und hat sich in seiner Persönlichkeit stabilisiert." Der Bayer macht derzeit auf der Schanze fast alles richtig. Er springt sehr symmetrisch, hat dadurch eine Top-Position in der Luft und kommt dank dieser Stabilität auch bei nicht so guten Absprüngen ins Fliegen. "Er weiß, dass der Sprung läuft und muss nicht viel darüber nachdenken", sagte Schuster.

Diese Selbstverständlichkeit zeichnete in den vergangenen Jahren vor allem Freund aus. Doch die Leichtigkeit ist dem 28-Jährigen nach seiner Hüftoperation abhanden gekommen. "Er hat einen Fehler in der Sprungauslösung. Er kommt nicht hoch genug vom Schanzentisch weg", analysierte Schuster. Abgeschrieben hat der Bundestrainer den Gesamt-Weltcupsieger des Jahres 2015 aber noch nicht. Mit Blick auf die WM im Februar sagte er: "Wir machen jetzt mal die Tournee fertig und schauen, wie er sich fängt."
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