10.09.2017 - 22:22 Uhr
Sport

"Ich sollte zurücktreten" US-Open-Siegerin Sloane Stephens völlig aus dem Häuschen

New York. Keck, unbekümmert und selbstsicher wie auf den Tennisplätzen von Flushing Meadows tritt Sloane Stephens auch als Sensationssiegerin der US Open auf. Nach dem krönenden Abschluss ihrer märchenhaften Comeback-Geschichte beweist die Nachfolgerin von Serena Williams als amerikanische Grand-Slam-Siegerin gelöst ihr Talent als Unterhaltungskünstlerin - und erntet für so manchen Spruch Applaus. "Ich sollte direkt zurücktreten, ich werde das nie toppen", scherzt die 24 Jahre alte Stephens. "Wer meine Geschichte hört, denkt, das ist verrückt."

Na, da ist eine aber richtig überrascht von ihrem Erfolg: US-Open-Siegerin Sloane Stephens. Bild: Javier Rojas/dpa
von Agentur DPAProfil

Vor ihr steht der glänzende Silberpokal. Hinter ihr leuchtet ihr Name als US-Open-Gewinnerin 2017 auf. "Wow, wie verrückt ist das?", beschreibt sie ihre Gedanken nach dem unerwartet lockeren 6:3, 6:0 gegen die befreundete Madison Keys. "Wow!", wiederholt sie. "Wow".

Wohl keiner hat vor zwei Wochen gedacht, dass die frühere Melbourne-Halbfinalistin durch das Turnier stürmen würde. Doch in diesem irren Tennis-Jahr und ohne die junge Mutter Serena Williams ist auch das möglich. Am 23. Januar war Stephens nach einem Ermüdungsbruch operiert worden. 16 Wochen durfte sie mit dem linken Fuß nicht auftreten und setzte bis Wimbledon elf Monate aus. Vor fünf Wochen wurde Stephens als Nummer 957 der Welt gelistet. Als ungesetzte Spielerin und 83. ging die Achtelfinal-Bezwingerin von Julia Görges ins Turnier, nie war eine US-Open-Siegerin schlechter platziert. Nur Kim Clijsters hatte 2009 gar kein Ranking. Am Montag klettert Stephens auf Platz 17, so hoch wie seit Mai 2014 nicht mehr.

Cooler als Keys tritt Stephens im ersten amerikanischen US-Open-Finale seit 2002 und im Duell zweier Endspiel-Debütantinnen an. In nur 61 Minuten demütigt sie ihre an Position 15 gesetzte Tennis-Freundin, in den Armen ihrer Mutter kommen ihr dann die Tränen. Als Stephens von ihren nur sechs Fehlern hört, stammelt sie: "Ich glaube nicht, dass ich das je geschafft habe." Begeistert von sich selbst schnippt die Rechtshänderin mit den Fingern. Serena Williams schreibt: "Hoffentlich das erste von vielen Endspielen."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp