05.07.2017 - 21:36 Uhr
Sport

Italiener gewinnt fünfte Etappe der Tour de France Attacke von Aru sitzt

Die 104. Tour de France verspricht Spannung. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren zeigte Titelverteidiger Chris Froome auf der ersten Bergetappe noch nicht seine gewohnte Dominanz, auch wenn er vorerst Gelb trägt. Den Tagessieg holte sich der Italiener Aru.

Der große Held bei der Tour de France am Mittwoch war Fabio Aru. Der Italiener siegte mit 16 Sekunden Vorsprung vor dem Iren Dan Martin. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

La Planche des Belles Filles. Gezeichnet von den Strapazen und mit einem gequälten Lächeln nahm Chris Froome auf dem Tour-Podium das Gelbe Trikot in Empfang. Wie ein strahlender Spitzenreiter sah der Brite nach der ersten Bergankunft der 104. Tour de France nicht aus. Einen Tag nach den Turbulenzen um Weltmeister Peter Sagan ist der vernichtende erste Schlag des Briten gegen seine Konkurrenten im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ausgeblieben. Stattdessen holte sich der wie entfesselt fahrender italienischer Meister Fabio Aru am Mittwoch nach 160,5 Kilometern in La Planche de Belles Filles im Alleingang den Tagessieg auf der fünften Etappe.

Weiter Weg zum Toursieg

"Es ist nicht neu für mich diese Position, aber der Weg bis zum Toursieg ist noch sehr weit. In diesem Jahr ist die Konkurrenz besonders groß", sagte Froome, der 20 Sekunden hinter Aru das Ziel als Dritter erreichte. Dazwischen hatte sich noch der Ire Dan Martin geschoben.

An Froomes Seite erreichte auch der starke Australier und Mitfavorit Richie Porte das Ziel. Womöglich ein Fingerzeig für die nächsten Bergetappen. Die Leichtigkeit der vergangenen Jahre ist bei Froome jedenfalls dahin. Hatte er sonst jeweils auf der ersten Bergetappe die Konkurrenz demoralisiert, musste der dreimalige Tour-Champion diesmal selbst Schwerstarbeit verrichten. Als Aru antrat, hatte er nichts entgegenzusetzen. Sein Tritt wirkte mitunter schwerfällig.

Für Froome reichte es aber, um das Gelbe Trikot von seinem Teamkollegen Geraint Thomas zu übernehmen. Zwölf Sekunden liegt der 32-Jährige nur vor dem Auftaktsieger von Düsseldorf. "Platz eins und zwei in der Gesamtwertung sollte uns Selbstvertrauen geben. Das eröffnet uns viele Möglichkeiten", meinte Froome.

Auf Platz drei liegt Aru mit einem Rückstand von 14 Sekunden. "Dieser Sieg ist unglaublich, aber die Tour zu gewinnen, ist sehr, se hr schwer", sagte Aru, der von Froome ein großes Lob bekam: "Er ist sehr stark, aber jetzt kann man noch keine Vorhersage wagen, wie es bei ihm weitergeht. Er hat nicht geblufft, als er attackierte - das saß." Froomes persönlicher Tour-Favorit Porte ist 39 Sekunden zurück Gesamtfünfter.

Bester Deutscher

Bester Deutscher war Emanuel Buchmann als 22., der Bora-Profi verlor aber 1:17 Minuten auf Tagessieger Aru. "Beim Schlussanstieg habe ich keinen guten Rhythmus gefunden und musste 2,5 Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen", erklärte Buchmann. "Ich bin nicht hier, um auf die Gesamtwertung zu fahren, sondern ich bin da um Rafal Majka zu unterstützen, und das werde ich machen." Der Pole ist mit gut einer Minute Rückstand Gesamtzehnter.Ausschlüsse bei der Tour de France sind keine Seltenheit. Meistens mussten in der Vergangenheit Dopingsünder ihre Koffer packen, wie nach dem Festina-Skandal 1998 oder dem Start der Operación Puerto acht Jahre später. Es gibt aber auch eine Reihe von Fällen, in denen andere Unsportlichkeiten zum Ausschluss führten. Kurios sind die Vorfälle aus dem Jahr 1904.

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