20.03.2018 - 21:16 Uhr
Deutschland & Welt

K.-o.-Phase der Champions-League startet THW Kiel mit Wut im Bauch

Frankfurt. Das Terminchaos des europäischen Handball-Verbands und der Bundesliga setzt die deutschen Vereine in der Champions-League unter Druck. Bundesliga-Primus Rhein Neckar Löwen hat den Wettbewerb daher gleich abgeschenkt. Nun ruhen die deutschen Handball-Hoffnungen in der Königsklasse auf dem Nord-Duo THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt. Nach dem vom Europa-Verband erzwungenen Heimrecht-Tausch eröffnet der Rekordmeister aus Kiel an diesem Mittwoch (19 Uhr) vor heimischer Kulisse mit Wut im Bauch gegen Pick Szeged die K.-o.-Phase.

Kiels Trainer Alfred Gislason hofft gegen Szeged auch auf die Unterstützung von den Rängen. Bild: Axel Heimken/dpa
von Agentur DPAProfil

"Natürlich ist es ein Nachteil, dass wir unser Heimrecht tauschen mussten. Aber wir hoffen, dass unsere Fans uns gerade in dieser schwierigen Situation noch lauter unterstützen werden", sagte Kreisläufer Patrick Wiencek. "Denn nur dann wird aus dem Nach- wieder ein Vorteil. Das nächste Ziel in der Königsklasse ist und bleibt das Viertelfinale."

THW-Trainer Alfred Gislason baut ebenfalls auf die "weiße Wand" in der Kieler Arena. "Meine Mannschaft braucht die Zuschauer, unsere Fans müssen uns leidenschaftlich unterstützen. Wir müssen unseren Gegner gemeinsam unter Druck setzen - auf dem Feld und von den Rängen", sagte Gislason. Eigentlich hätten die Kieler zunächst in Ungarn gespielt und im Rückspiel den Heimvorteil genossen. Szeged pochte jedoch auf eine Austragung am kommenden Wochenende, wo aber der THW und die Rhein-Neckar Löwen in der Liga aufeinandertreffen und bei der Liveübertragung in der ARD für Top-Einschaltquoten sorgen sollen.

Während die Kieler ihr Heimrecht zähneknirschend tauschten, blieben die von der gleichen Problematik betroffenen Mannheimer stur und schicken am Samstag ihre zweite Mannschaft zum Achtelfinal-Hinspiel bei Vive Kielce.

Bei Frank Bohmann, dem Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, ist der Ärger über den Zwist mit dem europäischen Verband deshalb immer noch nicht verraucht. "Es ist eine schlechte Lösung. Da hätten wir uns etwas anderes gewünscht", sagte Bohmann. Denn nicht nur er ist sicher: "Die Chance für die Löwen tendiert gegen Null. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Mannschaft, die sie nach Kielce schicken, ein Ergebnis herausholt, das im Rückspiel noch aufgeholt werden kann."

Den in der Liga schwächelnden Kielern und Vizemeister SG Flensburg-Handewitt, der am Samstag bei IFK Kristianstad in Schweden antritt, traut Bohmann dagegen einiges zu. "Beide haben das Potenzial, die Champions-League zu gewinnen. Aber es ist ein harter Wettbewerb. Es gibt vier, fünf weitere Mannschaften, die die Trophäe holen können." Bohmanns Topfavorit ist Paris Saint-Germain mit dem deutschen Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer. "Die haben einen doppelt so hohen Etat wie Kiel, Flensburg oder die Löwen."

Sollte das Nord-Duo in der ersten K.-o.-Runde durchkommen, warten im Viertelfinale harte Brocken. Kiel bekäme es mit Titelverteidiger Vardar Skopje zu tun, Flensburg wahrscheinlich mit dem spanischen Serienmeister FC Barcelona.

Die Bundesliga könnte damit wie im Vorjahr beim Finalturnier Ende Mai in Köln nur Zuschauer sein. "Ich drücke unseren Clubs natürlich die Daumen, dass sie das Final Four erreichen", sagte Bohmann. "Aber das allein sagt nichts über die Qualität einer Liga aus."

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