22.08.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Kapitalerhöhung bringt BVB 114 Millionen Euro - Kluft zum FC Bayern wird kleiner Keine Schulden und viel Festgeld

Trotz der dreistelligen Millionensumme, die Borussia Dortmund aufgrund einer Kapitalerhöhung zufließen wird, versprach Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Wir werden unsere Bodenständigkeit nicht ein bisschen verlieren." Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Borussia Dortmund erschließt im Zweikampf mit dem FC Bayern München neue Geldquellen. Der westfälische Fußball-Bundesligist will mit Hilfe einer Kapitalerhöhung 114,4 Millionen Euro von Investoren einsammeln. Der Sportausrüster Puma, der Versicherer Signal Iduna und der Spezialchemiekonzern Evonik seien bereit, größere Aktienpakete zu übernehmen, gab der einzige börsennotierte deutsche Proficlub am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung für die Börse bekannt.

"Borussia Dortmund ist dann bald höchstwahrscheinlich schuldenfrei und hat auch noch ein ganz ordentliches Festgeldkonto - aber wir werden unsere Bodenständigkeit nicht ein bisschen verlieren", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Damit wandelt der Revierclub auf den Spuren des FC Bayern. Beim deutschen Rekordmeister halten in Adidas, Allianz und Audi drei Unternehmen zu gleichen Teilen insgesamt 25 Prozent der Anteile.

Wie erwartet nutzt der BVB das gesamte von der Hauptversammlung genehmigte Kapital und gibt insgesamt 24,6 Millionen neue Aktien aus. Vor rund zwei Monaten hatte der Spezialchemiekonzern und Hauptsponsor Evonik bereits rund neun Prozent der Aktien übernommen und dem Meisterschaftszweiten der vorigen Saison rund 26 Millionen Euro in die Kassen gespült. Ein Großteil des Emissionserlöses soll in die Schuldentilgung fließen.

"Die Gesellschaft beabsichtigt, den erwarteten Bruttoemissionserlös in Höhe von rund 114,4 Millionen Euro in einem Umfang von rund 40 Millionen Euro zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten zu verwenden", hieß es in der Mitteilung des Vereins. "Das bedeutet die komplette Entschuldung", sagte Watzke. Zudem teilte der BVB mit, dass Signal Iduna sich für fünf weitere Jahre bis zum 30. Juni 2026 die Namensrechte am Dortmunder Stadion gesichert hat. Mit dem jüngsten Deal baut der 2005 noch von der Insolvenz bedrohte BVB nicht nur weiter Schulden ab, sondern festigt seinen Status als einer der beiden Branchenführer und verkleinert die große finanzielle Kluft zum Marktprimus aus München.

Man wolle von 2018 an "deutlich mehr in das Budget der Mannschaft stecken", betonte Watzke. Der neu gewonnene finanzielle Spielraum dürfte die Chance der Borussia erhöhen, von bisher potenteren Clubs umworbene Stars halten zu können.

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