13.08.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Katastrophen-Kick beim 1:5 im Derby - Fürths Torwart Hesl: "Einer der drei schönsten Momente" In Nürnberg brennt's schon wieder

Auf dem Spielfeld fehlte alles. Die Leidenschaft, das Feuer. Doch es brennt dennoch. Beim 1. FC Nürnberg ist schon richtig Feuer unterm Dach. Und das nach dem 2. Spieltag der 2. Bundesliga. "Das war ein rabenschwarzer Tag für uns", stammelte sportlicher Leiter Wolfgang Wolf sichtlich angeschlagen. 1:5 beim Lokalrivalen Greuther Fürth. "Grausam, grausam."

von Josef Maier Kontakt Profil

Es war am Montagabend eines dieser Spiele, bei denen man sich fragt: War nun der Sieger so verdammt gut? Oder der Verlierer so extrem schlecht? "Die Jungs haben ein tolles Spiel gemacht", sagte Fürths Trainer Frank Kramer zurecht. Er hatte zwar in der Sommerpause keine so großen Baustellen im Kader zu schließen wie sein Club-Kollege Valérien Ismaël, aber wie er erneut eine absolute Spitzenmannschaft formte, ist schon phänomenal. Und wie konsequent seine Jungs vor den 17 200 Zuschauern die Nürnberger Schwächen ausnutzten, war beeindruckend. "Wir haben denen fünf Geschenke gemacht, und die haben sie angenommen", meinte Wolf.

Irgendwie war es bezeichnend, dass mit Torwart Raphael Schäfer und Javier Pinola ausgerechnet die erfahrensten Clubberer die größten Fehler begingen und ihre jungen Mitspieler verunsicherten. Wolf trauerte deshalb dem dritten "Führungsspieler" hinterher: "Uns hat Jan Polak heute ganz deutlich gefehlt." Mit den gebrochenen Rippen des tschechischen Spielmachers vor einer Woche gegen Erzgebirge Aue hat wohl auch das Selbstbewusstsein seiner Mitspieler einen Knacks bekommen. "Dass er uns so dramatisch fehlt, hätte ich nicht gedacht." Wahrscheinlich wäre aber auch Polak an diesem kuriosen Abend mit im Fürther Angriffswirbel untergegangen. Abdul Rahman Baba (8./57. Minute) - er wechselt nach Augbsurg (siehe Kasten) -, Goran Sukalo (17./Foulelfmeter), Tom Weilandt (76.) und Robert Zulj (87.) machten mit ihren Treffern aus der Trolli-Arena ein Tollhaus. Pinolas 1:2-Anschluss (35.) ging unter.

"Die letzten zehn Minuten habe ich schon mit den Fans gefeiert", sagte Wolfgang Hesl augenzwinkernd. Der Keeper aus Schwarzenfeld (Kreis Schwandorf) war auch im Derby "Mister Zuverlässig". Wenig geprüft, war er bei den wichtigen Situationen auf dem Posten. So, als er Mitte der ersten Hälfte Robert Kochs Schuss glänzend parierte. Der Grund für den klaren Derbysieg war für den 28-jährigen Torwart einfach, "dass wir die Nürnberger auch zu den Fehlern gezwungen haben". Hesl, der auf der Tribüne durch seine Frau Steffi und die Eltern jede Menge Oberpfälzer Unterstützung hatte, zählt den Kantersieg zu seinen "drei schönsten Momenten in Fürth". Und mit den Franken spielte er nach seinem Wechsel im Sommer 2012 immerhin auch schon in der ersten Liga. "Wenn man zu Hause spielt und auf diese Art und Weise siegt, dann ist das schon ein Highlight", jubelte er. Lob hatte der Kapitän nicht nur für seine Mitspieler, sondern auch für die Führungsebene parat, die es immer wieder schaffe, eine starke Truppe zusammenzustellen: "Man muss schon mal dem Trainer und dem Präsidenten Hack Dank sagen, dass sie wirklich gute Scouting-Arbeit leisten."

Böller und Bengalos

Ob der Neuanstrich der Mannschaft auch beim Club klappt, ist nach dem Auftritt im Derby wieder fraglich. Die Fans waren nach Abpfiff stocksauer auf ihr Team. Dabei hatten die Anhänger vorher auch nicht gerade geglänzt: Böller, Bengalos und Leuchtraketen aus dem Block. Das wird den Verein einiges kosten. Beim Club loderte an diesem Abend das Feuer an der falschen Stelle.

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