30.06.2004 - 00:00 Uhr
Sport

Kawasaki-Team um Harald Eckl kämpft sich nach vorne - Schwer aus den Startlöchern Suche nach den eigenen Grenzen

von Josef Maier Kontakt Profil

Anfang der Woche saß Harald Eckl nach langer Zeit mal wieder in seinem Büro in Vohenstrauß. "Ein paar Dinge aufarbeiten", sagt er. Der Chef des Kawasaki-Racing-Teams kommt ansonsten kaum dazu, die Papierberge abzutragen. Kreuz und quer jettet der Motorrad-Zirkus derzeit durch die Welt. Am Wochenende war der Tross im holländischen Assen, nächsten Sonntag gastiert er in Rio de Janeiro (Brasilien). Sechs von 16 Rennen in der MotoGP-Klasse wurden bisher ausgetragen.

Die grün-schwarzen Kawasaki-Renner sind das zweite Jahr in der Königsklasse dabei. Und, bisher zufrieden? Die Antwort des Oberpfälzers ist als klares Jein zu interpretieren: " Mit unserer Vorstellung bei den Rennen schon, nicht aber mit den Ergebnissen." Der Japaner Shinya Nakano, der in Assen früh mit Motorschaden ausfiel, hat bisher 20 WM-Zähler gesammelt. Der Deutsche Alex Hofmann - in Holland 13. - liegt bei 13 Punkten. Nakano fuhr Mitte Juni mit Rang sieben in Barcelona nah an die Weltspitze heran, ansonsten fehle aber noch die Konstanz, meint Eckl. Zudem kämen seine Jungs auch nicht gut aus den Startlöchern. Hervorragende Top Ten-Platzierungen bei der Startaufstellung seien in der ersten Kurve schon wieder weg. In Assen mussten sich die beiden Kawasaki-Fahrer auch wieder vorarbeiten. "Wir kommen einfach nicht gut weg", beschönigt Eckl nichts. Das habe mit der Motorcharakteristik zu tun. Diese gelte es überhaupt zu verbessern. "Wir hatten schon öfter Motorprobleme in dieser Saison." Diese zu beheben, sei aber eine langwierige Sache.

Nach dem Reifenwechsel vor der Saison zu Bridgestone war Eckl anfangs mit dem Zustand der Pneus sehr zufrieden. Beim vierten Rennen in Mugello (Italien) platzte aber bei Nakano ein Reifen, bei gut 300 Stundenkilometern. Der Japaner blieb unverletzt. Im Blickpunkt stand danach nicht mehr zuvorderst, noch weitere zehntel Sekunden herauszuholen, sondern die Reifen für den Fahrer sicherer zu machen. In der Entwicklung "wirft uns das natürlich zurück", sagt Eckl.

Im Rennpulk stark

Das Fahrerduo ergänzt sich derweil gut: "Nakano puscht den Alex", hat der Teamchef erkannt. Der junge Mindelheimer braucht noch etwas Führung. "Er kann auch noch nicht richtig einschätzen, wo er sein Limit hat. Und er braucht jemanden, den er jagen kann." Deswegen verhalte er sich auch im Rennpulk gut. Aber er sei noch auf der Suche nach dem eigenen Speed. "Das ist aber auch eine Erfahrungssache", weiß Eckl aus der Zeit, in der er noch selbst um die Rennstrecken dieser Welt jagte. Am kommenden Wochenende geht Hofmann in Rio wieder auf die Suche nach den eigenen Grenzen.

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