Keine gemächliche Generalprobe zwischen Dortmund und Bayern
"Da war richtig Pfeffer drin"

Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer und Dortmunds Trainer Jürgen Klopp gerieten ziemlich heftig aneinander. Bild: dpa

Platzverweis, Rudelbildung, Wortgefechte - schon in der eigentlich bedeutungslosen Ouvertüre für Wembley flogen die Fetzen.

Wutentbrannt und lautstark stritten Dortmunds Trainer Jürgen Klopp und Münchens Sportvorstand Matthias Sammer während der Partie an der Seitenlinie über die Gelb-Rote Karte für Rafinha. Und auch nach dem 1:1 (1:1) im Gift-Gipfel der Branchenführer wurde hüben wie drüben kräftig gestichelt. "Da war richtig Pfeffer drin", kommentierte Klopp. Ähnlich sah es Bayern-Torhüter Manuel Neuer: "Ein Spiel gegen Dortmund ist, egal wo, nie ein Freundschaftsspiel." Bereits drei Wochen vor dem Champions-League-Finale in London bekamen alle Beteiligten die gewachsene Rivalität zwischen dem alten und neuen Meister zu spüren. Allein die durch den Platzverweis von Rafinha in der 65. Minute verursachte Aufregung gab einen Vorgeschmack auf das, was im Showdown an der Themse blühen könnte.

Der zurecht mit der Ampelkarte geahndete Ellbogen-Check des Brasilianers gegen BVB-Mittelfeldspieler Jakub Blaszczykowski verwandelte die bis dahin gemächliche Partie in ein hitziges Duell. "Ich habe Rafinha gesagt, er soll die Finger von Kuba lassen. Daraufhin hat Sammer zu mir gesagt, dass ich den Spieler in Ruhe lassen soll", schilderte Klopp den hitzigen Disput. Erst nach Aufforderung von Schiedsrichter Peter Gagelmann gaben sich der BVB-Coach und Sammer die Hand. Wirklich versöhnt wirkten die beiden Streithähne jedoch zunächst nicht.
Die beiden Heißsporne täten gut daran, sich Routinier Jupp Heynckes zum Vorbild zu nehmen. Der 68 Jahre alte Trainer des FC Bayern hielt sich inmitten des Tohuwabohus wohltuend zurück: "Mittlerweile bin ich da so gelassen. Diese Dinge, die am Rande passieren, schaue ich mir nicht an." So unterschiedlich wie die Bewertung der Ampelkarte von Rafinha fiel die Beurteilung des Spiels aus. Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wertete das 1:1 nach Toren von Kevin Großkreutz (11.) und Mario Gomez (23.) als ermutigendes Signal für den ultimativen Saisonhöhepunkt: "Dortmund scheint sich schwer damit zu tun, gegen Bayern zu gewinnen", sagte er mit Bezug auf die beiden Remis in der Meisterschaft und dem 1:0-Erfolg im Pokal-Viertelfinale Ende Februar. Nicht minder positiv waren die Rückschlüsse von BVB-Kapitän Sebastian Kehl: "Wir haben einen Plan und gezeigt, dass wir die Bayern schlagen können."
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