Langlauf
Auftakt zur Tour de Ski

Der Norweger Martin Johnsrud Sundby zählt zu den großen Favoriten der heute beginnenden Tour de Ski. Bild: dpa

Val Müstair. Bei der Tour de Ski geht es von heute an wieder um den komplettesten Skilangläufer. Bei der elften Auflage wird zudem ein Fingerzeig darauf erwartet, wer bei den Weltmeisterschaften im Februar in Lahti nach den Medaillen greifen kann.

Wer sind die Favoriten?

Die Frage ist leicht zu beantworten: Auch 2017 gehen die Tour-Siege nur über Athleten aus Norwegen. Die beiden Weltcup-Führenden Heidi Weng und Martin Johnsrud Sundby sind die klaren Favoriten. Bei den Damen sollte auch Ingvild Flugstad Oestberg chancenreich sein. Im Herrenbereich ist Finn Haagen Krogh ein ernstzunehmender Anwärter auf den Gesamtsieg. Unklar ist, wie weit der Formaufbau beim dreimaligen Tour-Sieger Dario Cologna aus der Schweiz ist. Auch der Russe Sergej Ustjugow, im vergangenen Jahr Dritter, ist nicht aussichtslos.

Wie sind die deutschen Aussichten?

Was die Gesamtwertung anbelangt, sollte zumindest eine deutsche Läuferin unter die besten Zehn kommen. Das ist am ehesten Nicole Fessel zuzutrauen, dafür muss sie aber gesund bleiben. Auch Sandra Ringwald hat durchaus das Zeug dazu. Bei den Herren wird ein Platz unter den besten 15 angestrebt. Hierfür kommen am ehesten Jonas Dobler und Tim Tscharnke infrage. Das Hauptaugenmerk aber liegt vor allem auf einzelnen Etappen. Vor allem die kurzen Tagesabschnitte sowie die drei Massenstartrennen sollten den DSV-Läufern liegen.

Was ist neu bei der elften Tour-de-Ski-Auflage?

Die Tour geht ohne große Neuerungen in ihr zweites Jahrzehnt. Wenn die Schneelage es zulässt, gibt es erstmals nach fünf Jahren wieder einen Skiathlon, für den das Langlaufzentrum im Oberstdorfer Ried beste Bedingungen bietet. Nach dem Ausstieg des langjährigen Tour-Presenters Craft wird es ein kombiniertes Trikot geben, sollte der Gesamtführende auch die Sprintwertung anführen. Bislang wurden beide Leader-Leibchen in jedem Fall getragen. Erwähnenswert ist, dass es nur einen Sprint gleich zur Eröffnung im schweizerischen Val Müstair gibt. Dafür stehen aber drei Massenstart-Wettbewerbe auf dem Programm.

Was gibt es zu gewinnen?

Der Internationale Skiverband Fis schüttet erneut für die Gesamtsieger 90 000 Schweizer Franken, umgerechnet rund 83 700 Euro, aus. Dazu bekommen die Gewinner je 400 Weltcup-Punkte, was die "halbe Miete" auf dem Weg zum Gesamterfolg ist.

Sind alle früheren Tour-de-Ski-Sieger am Start?

Nein. Bei den Damen hat die Finnin Virpi Kuitunen, die zweimal gewann, ihre Laufbahn beendet. Titelverteidigerin Therese Johaug aus Norwegen ist nach ihrem positiven Dopingtest im September gesperrt. Ihre Teamkollegin Marit Björgen verzichtet wegen ihrer Vorbereitungen für die Weltmeisterschaften ab Mitte Februar in Lahti auf die Tour-Teilnahme, und die viermalige Gewinnerin Justyna Kowalczyk konzentriert sich auf Langstrecken-Rennen. Anders Charlotte Kalla. Sie steht im schwedischen Aufgebot. Das trifft auch auf die beiden Norweger Martin Johnsrud Sundby und Petter Northug und auf den Schweizer Dario Cologna zu. Der Russe Alexander Legkow ist nach dem McLaren-Report zum Staatsdoping in Russland weiterhin vorläufig suspendiert. Auch fünf weitere russische Athleten dürfen deshalb nicht teilnehmen, entschied das Doping-Panel des Weltverbands FIS am Freitag.
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