15.02.2018 - 20:08 Uhr
Deutschland & Welt

Laura Dahlmeier Dritte vor Franziska Preuß- Erik Lesser auf Platz neun Mit Bronze zufrieden

Pyeongchang. Die ganz große Biathlon-Party blieb diesmal aus, für Königin Laura Dahlmeier hatte aber auch die Bronzemedaille einen goldenen Glanz. "Ich bin wirklich überglücklich, die nächste Medaille. Das ist der Wahnsinn!", sagte die 24-Jährige nach Platz drei im Einzel-Rennen über 15 Kilometer. Bei den Männern riss dagegen die Serie, im sechsten Biathlon-Wettbewerb in Pyeongchang gab es erstmals keine deutsche Medaille. Beim Sieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö musste sich Erik Lesser als bester DSV-Athlet mit dem neunten Platz begnügen.

"Ich war schon dankbar, dass ich überhaupt einen Start gekriegt habe. Ich bin zufrieden. Die anderen drei waren einfach schneller." Zitat: Franziska Preuß
von Agentur DPAProfil

Nicht so Dahlmeier: Nach ihrem phänomenalen Doppelsieg in Sprint und Verfolgung zeigte die Partenkirchnerin erneut eine ganz starke Leistung und sicherte sich ihre dritte Medaille in Südkorea. Nur wenige Millimeter trennten sie vom historischen dritten Titel. Lediglich den fünften ihrer 20 Schuss hatte sie hauchdünn daneben gesetzt.

Hätte die Gesamtweltcup-Siegerin getroffen, hätte erneut sie anstatt der schwedischen Sensations-Olympiasiegerin Hanna Öberg gejubelt. Die 22-Jährige wird vom Ruhpoldinger Wolfgang Pichler betreut und traf alle ihre 20 Schüsse. Silber ging an Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei. Dahlmeier hatte im Ziel 41,2 Sekunden Rückstand auf Öberg, die erstmals überhaupt auf dem Podium stand. "Das war schon eine Überraschung, aber sie hat es verdient", sagte Dahlmeier. Die noch emotionalere Geschichte des Rennens lieferte Franziska Preuß. Zwar verdrängte Dahlmeier ausgerechnet ihre Teamkollegin um 18,5 Sekunden noch auf den vierten Platz. Aber vier Jahre nach ihrem denkwürdigen persönlichen Olympia-Debakel von Sotschi und einer Seuchenzeit meldete sich Preuß ohne Fehler eindrucksvoll in der Weltspitze zurück. "Ich war schon dankbar, dass ich überhaupt einen Start gekriegt habe. Ich bin zufrieden. Die anderen drei waren einfach schneller", sagte sie und strahlte erleichtert. Unvergessen sind die Bilder von Sotschi, als die damals 19-Jährige als Startläuferin der Damen-Staffel stürzte und schon beim ersten Schießen weinte.

Nicht nur Preuß, auch Lesser verfehlte bei den Männern eine Medaille knapp. Mit nur einen Schießfehler reichte es für den Thüringer, der 2014 in Sotschi über diese Distanz noch Silber geholt hatte, am Ende mit einem Rückstand von 1:27,3 Minuten zum neunten Platz. Im Gegensatz zu Lesser verfehlten die weiteren deutschen Starter die Top-Ten deutlich. Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer (3 Fehler) wurde 21., Simon Schempp (4) landete auf Platz 36 und Johannes Kühn (6) erreichte Platz 58.

Ich war schon dankbar, dass ich überhaupt einen Start gekriegt habe. Ich bin zufrieden. Die anderen drei waren einfach schneller.Franziska Preuß
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