Leichathletik
Steininger Neuanfang

Monte Carlo. Der Alptraum soll ein Ende haben, ein Neuanfang gemacht werden. "Ich möchte nicht, dass dieser Sport jemals zu den grotesken Geschichten zurückkehrt, die auch in den letzten Tagen wieder erweckt wurden", sagte Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, vor dem Sonderkongress am Samstag in Monte Carlo. Die Delegierten aus mehr als 200 Ländern werden im Fürstentum eine neue, moderne Satzung verabschieden, die keinen Spielraum mehr für Betrug und Machtmissbrauch wie in der Ära Diack geben soll.

Allerdings werden die Altlasten den Reformkurs noch lange überschatten und Lord Coe, jahrelang IAAF-Vizepräsident unter Lamine Diack, weiter herausfordern. Gegen den Senegalesen Diack ermittelt die französische Justiz schon seit einem Jahr wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche - und fördert offenbar immer mehr ans Tageslicht. Nach einem jüngsten ARD/Le Monde-Bericht soll der Clan um Diack mehr Doping-Fälle gegen Geld - Zahlungen von 300 000 bis 700 000 Euro - vertuscht haben, als zunächst angenommen. Möglicherweise hat er sich auch in der IAAF-Kasse illegal bedient. Ehrenpräsident ist Diack noch immer. Einen Aberkennung sei wegen des laufenden Verfahrens laut Coe nicht möglich.

Die IAAF selbst will den Anti-Doping-Kampf mit der Schaffung der neuen Integrity Unit unabhängiger und effizienter machen. Wenn das Gremium 2017 die Arbeit aufnimmt, soll die Zahl der Kontrollen von 4700 auf 6000 pro Jahr steigen. Auch das neue Doping-Report-Portal der IAAF, über das anonym Doping-Verstöße gemeldet werden können, ist erfolgreich angelaufen: An den ersten zwei Tagen seit Eröffnung der Online-Plattform meldeten sich 43 Personen mit Hinweisen.
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