11.07.2016 - 02:10 Uhr
Sport

Leichtathletik Toller Abschluss Richtung Rio

Rio kann kommen! Die deutschen Leichtathleten haben bei der EM in Amsterdam den Ernstfall Olympia geprobt. Die EM-Ausbeute von Zürich 2014 wurde deutlich übertroffen. Am Schlusstag gab es eine regelrechte Medaillenflut. Auch eine Oberpfälzerin probte schon für Rio.

Anja Scherl aus Ursensollen lief beim EM-Marathon auf Platz 17. Für die Läuferin, die einst für die DJK Weiden startete, war der Lauf in Amsterdam auch eine Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Bild: Kiefner
von Agentur DPAProfil

Amsterdam. Goldener Hattrick für Kugelstoßer David Storl, erster EM-Titel für die unwiderstehliche Hindernisflitzerin Gesa Felicitas Krause - und dann auch noch Bronzeglanz durch zwei flotte Staffeln, Hochspringer Eike Onnen und 5000-Meter-Mann Richard Ringer. Im Endspurt haben die deutschen Leichtathleten bei den Europameisterschaften in Amsterdam Stehvermögen bewiesen und am Sonntag mit sechs Medaillen noch einmal kräftig abgesahnt. Für den starken Storl und die coole Krause erklang als Highlight die deutsche Hymne, Vorfreude auf Olympia machten auch Sprinter und Läufer.

Das 100-köpfige EM-Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) - Durchschnittsalter 25,2 - heimste in 44 Entscheidungen 16 Medaillen ein - fünfmal Gold, viermal Silber und siebenmal Bronze. Am Dienstag wird das Olympia-Aufgebot (12. bis 21. August) nominiert. "Heute hat sehr viel sehr gut funktioniert. Das war ein richtig toller emotionaler Abschluss für das ganze Team in Richtung Rio", sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska.

Gold mit Hopp, Step und Jump hatte am Samstagabend der erst 19 Jahre alte Dreispringer Max Heß aus Chemnitz gewonnen - eine Sensation in der Sandgrube. "Was man liebt, macht man mit Hingabe und Leidenschaft", sagte der Teenager - und widmete seinem Trainer Harry Marusch lachend 50 Prozent seiner Goldmedaille: "Da steckt eine ganz große Arbeit von ihm dahinter." Silber gab's für Speerwerferin Linda Stahl und Stabhochspringerin Lisa Ryzih.

Drei Tage nach dem Titel für seine Trainingspartnerin Christina Schwanitz sorgte Storl für einen weiteren Glanzpunkt im Olympiastadion von 1928. Der 25 Jahre alte Leipziger jubelte, als er mit 21,31 Metern sein drittes EM-Gold nach 2012 und 2014 aus dem Ring gezaubert hatte - und probte schon mal die Siegerpose für Rio. Olympia-Gold fehlt "Storli" noch. Der Pole Michal Haratyk hatte als Zweiter aber nur zwölf Zentimeter Rückstand. "Heute habe ich die Lockerheit gefunden", meinte Storl, "aber das war noch nicht so, wie ich mir das für Rio vorstelle. Ich bin aber ganz zuversichtlich."

Bei den Sommerspielen unterm Zuckerhut dürfte das DLV-Team etwas älter und kleiner werden - mit Diskus-Ass Robert Harting und womöglich Stabhochspringer Raphael Holzdeppe aber noch schlagkräftiger. Der Verband hat in einigen Disziplinen die Qual der Wahl. "Eigentlich ist es eine Luxussituation, wenn man mehr als drei Kandidaten auswählen muss und kann" erläuterte Gonschinska. Eine gute Figur machte auch Anja Scherl aus Ursensollen (Kreis Amberg-Sulzbach). Sie war im Halbmarathon mit der Zeit von 1:13:03,00 Stunden beste Deutsche und landete auf Platz 17.

Die Bilanz der EM 2014 von Zürich (acht Medaillen) war schon vor dem Schlusstag getoppt. Von der Europameisterschaft 2012 in Helsinki, die ebenfalls im Olympia-Jahr stattfand, brachten die deutschen Asse um den in Amsterdam fehlenden Robert Harting ebenfalls 16 Medaillen mit.Gold Silber Bronze

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