03.05.2018 - 22:24 Uhr
Deutschland & Welt

Liverpool im Champions-League-Finale "Zu 100 Prozent verdient"

Unerwartet knapp zieht der FC Liverpool bei der AS Rom ins Endspiel der Champions-League ein. Nach der 2:4-Niederlage freut sich Jürgen Klopp auf das Finale gegen Real Madrid. Die Römer kritisieren den Schiedsrichter, erweisen sich aber als faire Verlierer.

von Agentur DPAProfil

Rom. Selten sah man Jürgen Klopp nach einer Niederlage so gut gelaunt wie in dieser Nacht von Rom. "Es war aufregender, als ich gehofft hatte", sagte der Coach des FC Liverpool mit einem breiten Grinsen. Nach dem 2:4 (1:2) bei der AS Rom überwog bei ihm die Freude über Liverpools ersten Finaleinzug in der Champions-League seit 2007. "Ins Endspiel zu kommen ist schön, aber es zu gewinnen, ist noch schöner", sagte Klopp und schickte gleich eine Warnung an Finalgegner Real Madrid: "Sie haben Erfahrung, wir nicht, aber wir werden absolut brennen."

Ob Liverpool verdient im Finale stehe? "Zu 100 Prozent", stellte Klopp nach dem knappen Ergebnis klar, "man kommt nicht ohne Glück ins Finale. Wir brauchten es nur einmal, und das war heute Abend." Britische Medien beurteilten es ähnlich. "Wenn man an überirdische Kräfte glaubt (...), dann waren sie im entscheidenden Moment auf der Seite von Liverpool", schrieb die Zeitung "The Independent". Und "The Telegraph" meinte: "Liverpool hat sein Glück erzwungen." Auch Torhüter Loris Karius war happy. Der Finaleinzug sei "zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr" gewesen. "Ein überragendes Gefühl, dass wir jetzt im Finale stehen und den Titelverteidiger herausfordern", sagte Liverpools Keeper. "Hoffentlich krönen wir die Saison in Kiew mit dem Titel. Wir werden Real Madrid das Leben schwer machen. Die Vorfreude auf den 26. Mai ist riesig."

Die Roma war dagegen wütend auf den Schiedsrichter. "Es waren zwei Elfmeter, die uns nicht gegeben wurden, mit dem (Videoassistenten) VAR wäre das anders", sagte Romas Sportdirektor Monchi verärgert. "Der italienische Fußball muss seine Stimme erheben, weil ich denke, dass all das nicht normal ist." Coach Eusebio Di Francesco klagte nach dem Spiel über die verpasste Chance für "eine zweite magische Nacht". Di Francescos Team hatte zuvor im Viertelfinale den FC Barcelona in Rom düpiert. "Der Blitz schlägt nie zweimal an der gleichen Stelle ein", kommentierte die Zeitung "Corriere della Sera". Gleichzeitig lobten italienische Medien den Kampfgeist und die "moralische Stärke" des Teams: "Rom fliegt raus, aber erhobenen Hauptes." Rom erwies sich dennoch als fairer Verlierer und gratulierte seinem ehemaligen Spieler Mohamed Salah, der im Hinspiel zwei Tore gegen den Ex-Club erzielt hatte. "Es tut so weh, dass der Traum (...) vorbei ist", schrieb die Roma auf Twitter, "aber du wirst in neuen Farben dabei sein. Viel Glück im Finale, Mo Salah."

Liverpool war durch Sadio Mané (9. Minute) und - nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch James Milners Eigentor (15.) - durch Georginio Wijnaldum (25.) zweimal in Führung gegangen. Edin Dzeko (52.) ließ bei den Römern noch mal Hoffnung aufkommen. Die Tore von Radja Nainggolan (86./90.+4/Handelfmeter) kamen zu spät.

Ins Endspiel zu kommen ist schön, aber es zu gewinnen, ist noch schöner.Liverpool-Coach Jürgen Klopp
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