03.09.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Löw bestimmt den Bayern-Star zum Kapitän - Thomas Schneider Nachfolger von Hansi Flick Schweinsteiger der neue Chef

Joachim Löw hatte bei seiner Rückkehr ins Fußball-Rampenlicht Großes zu verkünden - vor allem ein "klares" neues Ziel: "Das muss heißen: EM-Finale 2016 in Paris!"

Thomas Schneider gab einige Zeit beim VfB Stuttgart den Ton an. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt wurde er im März dieses Jahres entlassen. Schneider ist der neue Co-Trainer der Nationalelf.
von Agentur DPAProfil

Deutschlands Trainer des Jahres gab am Dienstag in seiner ersten großen Ansprache an die Nation die Richtung vor: Fortschritt statt Stillstand, weiterer Titelhunger statt Zufriedenheit, Kontinuität statt eines radikalen Umbruchs. Dazu passte die Kapitäns-Wahl: Löw beförderte vor der Final-Neuauflage gegen Argentinien am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) den bisherigen Stellvertreter Bastian Schweinsteiger zum neuen Chef der Nationalmannschaft. "Er ist der legitime Nachfolger von Philipp Lahm", betonte der Bundestrainer. "Es ist eine Ehre und Freude, aber zugleich eine Verpflichtung", erklärte der 30-jährige Schweinsteiger. Der FC Bayern bleibt das Machtzentrum im DFB-Team.

Auch der neue Co-Trainer als Nachfolger von Hansi Flick steht fest: Der in der vergangenen Saison beim VfB Stuttgart als Chefcoach entlassene Thomas Schneider wird am 1. Oktober sein Amt antreten. Zehn Tage später wird der 41-Jährige in Warschau gegen Polen erstmals bei einem Länderspiel neben Löw auf der Bank sitzen. "Ich glaube, er ist der Richtige für die Position", sagte Löw über Schneider, der einst beim VfB Stuttgart sein Bundesligaspieler war. "Die Aufgabe ist für mich eine große Herausforderung. Ich fühle mich geehrt", kommentierte Schneider seinen Aufstieg - er war aktuell ohne Beschäftigung.

In einem klassischen weiß-blauen Trainingsanzug dokumentierte Löw bei seiner Pressekonferenz in einem Düsseldorfer Autohaus, dass nach dem rauschenden WM-Sommer wieder die Arbeit in den Vordergrund rücken muss. "Stillstand darf es nicht geben. Wir sind nun noch mehr die Gejagten. Wir wollen aber auch weiter jagen", sagte der 54-Jährige.

Brasilien wirkt aber nach, bei Löw, bei den Spielern und bei den Fans. Die Hierarchie in der Mannschaft hat der Chefcoach beim ersten Wiedersehen sofort neu geordnet, vorerst bis zur EM 2016 in Frankreich. "Bastian hat enorme Bedeutung und Akzeptanz in der Mannschaft. Er wird das Kapitänsamt in den nächsten zwei Jahren bekleiden", sagte Löw über den 108-maligen Nationalspieler, der seit 2004 das Nationaltrikot trägt. Löw hob noch einmal die gewaltige Willensleistung von Schweinsteiger beim 1:0 im Finale gegen Argentinien hervor. "Er hat ein großes Ziel, die EM 2016. Er sprüht weiter vor Ehrgeiz." Die häufigen Ausfälle des 30-Jährigen, der an Knieproblemen leidet, tat Löw ab: "Die Verletzung ist nicht solcher Natur, dass er monatelang ausfallen wird."

Auch den Mannschaftsrat formierte der Bundestrainer neu: Nach dem Ausscheiden von Lahm, Klose und Mertesacker bilden die drei Bayern-Profis Schweinsteiger, Manuel Neuer und Thomas Müller, der Dortmunder Mats Hummels und Champions-League-Sieger Sami Khedira von Real Madrid den fünfköpfigen Führungszirkel. "Eine flache Hierarchie gibt es bei uns nicht", sagte Löw.

Khedira fällt länger aus

Schweinsteiger wird das Nationalteam bei der Premiere des neuen Vier-Sterne-Trikots allerdings nicht als Kapitän auf den Rasen führen können. Das übernimmt gegen Argentinien Torwart Neuer. Die Weltmeister-Elf wird in der ausverkauften Esprit-Arena nur noch punktuell mit der von Rio übereinstimmen. Denn neben Lahm, Klose und dem eingewechselten Mertesacker werden auch Schweinsteiger, Mesut Özil (Knöchel) sowie die angeschlagenen Khedira, Jérome Boateng und Hummels fehlen. Khedira fällt für längere Zeit aus. Er hat sich einen Muskelbündelriss im linken Oberschenkel zugezogen.

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