21.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Mariama Jamanka und Lisa-Marie Buckwitz gewinnen im Zweierbob B-Team rast zu Gold

Mariama Jamanka und Lisa-Marie Buckwitz gewinnen in Pyeongchang olympisches Gold im Zweierbob. Der Erfolg kommt völlig überraschend. Als deutsche Nummer eins ist ein anderes Duo vorgesehen.

Faire Verliererin: Die Amerikanerin Lauren Gibbs (rechts) musste sich mit Silber begnügen, herzte aber die deutsche Goldpilotin Mariama Jamanka trotzdem überschwänglich. Bild: Tobias Hase/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Noch bei der Siegerehrung im Olympic Sliding Centre von Pyeongchang blickten Mariama Jamanka und Lisa-Marie Buckwitz ungläubig und hatten ihr Gold-Glück nicht begriffen. Wenige Minuten zuvor waren die Zweierbob-Pilotin und ihre Anschieberin völlig überraschend zum Olympiasieg gerast. Das Duo aus Oberhof und Potsdam hatte nach der Zieldurchfahrt für einen Augenblick fast regungslos im Schlitten gesessen, ehe sie in einer Jubeltraube aus Trainern und Betreuern untergingen.

Siegerin fassungslos

"Das war ein Moment der Fassungslosigkeit. Wir haben nicht sofort verstanden, was geschehen war", beschrieb die 27-jährige Jamanka die Sekunden. "Dann habe ich geschrien, die haben geschrien, Lisa hat geschrien. Das war einfach unglaublich." Als B-Team waren Jamanka und Buckwitz gestartet und rasten zu Gold. Nach vier Läufen lagen sie acht Hundertstelsekunden vor Weltmeisterin Elana Meyers Taylor mit Lauren Gibbs aus den USA. Dritte wurde die zweimalige Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus Kanada mit Phylicia George.

Jamanka ist die erste deutsche Olympiasiegerin im Zweierbob seit dem Erfolg von Sandra Kiriasis 2006 in Turin. In Vancouver und Sotschi waren die deutschen Frauen leer ausgegangen. Zugleich war es das zweite Gold für die Deutschen in Südkorea nach dem Sieg von Francesco Friedrich im kleinen Schlitten zwei Tage zuvor.

Etwas abseits des Jubels standen die tief enttäuschten Stephanie Schneider und Annika Drazek. Sie waren als eigentliches deutsches Nummer-eins-Paar nach Pyeongchang gefahren und wurden Vierte. Am Ende fehlten acht Hundertstelsekunden auf Bronze - durch einen schlechten dritten Lauf. "Dass das Scheiße war, muss ich nicht sagen", meinte Schneider mit tränenerstickter Stimme.

Verletzt am Start

Die Oberbärenburgerin und ihre Partnerin waren schon am Dienstag zu den ersten beiden Läufen verletzt an den Start gegangen. Schneider hatte mit muskulären Problemen am Rücken zu kämpfen und konnte nach dem vierten Lauf nicht mehr gehen, Drazek war vor einer Woche im Training bei einem Hürdensprung umgeknickt. Ihre Vorteile als beste Starterinnen im Feld konnten sie nicht nutzen. "Was Steffi und Annika hier geleistet haben, kann sich kein Außenstehender vorstellen. Mental war das genauso stark wie der Olympiasieg von Mariama, nur mit dem bitterem Ausgang mit Platz vier", sagte Cheftrainer René Spies. Die Winterbergerin Anna Köhler wurde mit Erline Nolte 14. und blieb im Rahmen der Erwartungen.

Das Sieger-Paar Jamanka/Buckwitz war erst kurz vor den Winterspielen auf Geheiß von Spies zusammengekommen. "Von Anfang an hat es gepasst", sagte Jamanka. Und sie machte es in Pyeongchang am besten. Die ehemalige Hammerwerferin war erst 2013 zum Bobsport gekommen. Die gebürtige Berlinerin, Tochter eines Gambiers und einer Deutschen, zog dafür aus der Metropole in die thüringische Provinz nach Oberhof.

Da sie keine Vergangenheit im Rodelbereich hatte wie viele andere Pilotinnen, musste sie sich das Bahngefühl und die Linien schwer erarbeiten. "Manchmal bin ich verzweifelt und konnte nicht immer alles zeigen", sagte sie rückblickend. Bei Olympia zeigte sie alles, was sie kann.

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