12.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Medaillen-Gewinnern gratuliert Rodler Loch zeigt Größe

Pyeongchang. Felix Loch will nur noch heim zu seiner Familie. Ein endgültiger Abschied von Olympia wird seine geplante Abreise am Freitag aus Pyeongchang aber nicht bedeuten. Nur wenige Stunden nach seinem folgenschweren Malheur in der kniffligen Eisrinne von Pyeongchang peilte der Ausnahmerodler neue sportliche Ziele an. "Mit 28 habe ich schon noch ein paar Jahre vor mir, da wird man mich in vier Jahren in Peking auf jeden Fall wieder sehen", sagte der Berchtesgadener.

Die Spiele in Südkorea sind für Felix Loch beendet. Aber für ihn ist klar, dass er in vier Jahren in Peking wieder dabei sein möchte. Bild: Michael Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

Nach der bittersten Niederlage seiner Karriere zeigte Loch auch Größe. Bei minus 13 Grad bibberte er weit nach Mitternacht vor dem Deutschen Haus und nahm seinen mit Bronze gekrönten Teamkollegen Johannes Ludwig in Empfang. Da sie sich an der Bahn wegen einer Dopingkontrolle nicht mehr gesehen hatten, gratulierte Loch dem Thüringer herzlich: "Gehe jetzt hier rein, alle warten auf dich, dies wird dein Abend, genieße ihn." Sein langjähriger Teamkollege war überrascht und angetan. "Tolle Geste von Felix, dass er mich reingeholt hat", so Ludwig.

Nach der Medaillen-Zeremonie am Montag kam Loch auch noch extra ins Austria-Haus, um Österreichs Überraschungs-Olympiasieger David Gleirscher zu gratulieren. "Wir haben 2014 im Österreich-Haus so super gefeiert. Es war selbstverständlich, dass ich wieder hierherkomme. Egal, wie es ausgeht", sagte er. "Mich freut es für David."

IOC-Chef Thomas Bach hatte noch im Olympic Sliding Centre mit Loch gesprochen und lobte am Montag dessen Haltung. "Natürlich war er enttäuscht, aber er hat das sehr sportlich genommen." Bronze-Gewinner Ludwig hatte in dem verrückten Wettkampf in der Leaderbox ein Hin und Her der Gefühle erlebt. "Ich habe die Hände über den Kopf geschlagen und gedacht, Gold ist verloren", beschrieb er die Situation, als Loch wegen seines Patzers noch von Platz eins auf fünf abgestürzt war. "Erst Sekunden später hatte ich realisiert, dass es noch für Bronze gereicht hat."

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