Mit Hinterbänklern und Frischlingen zum 4:0-Sieg
Bayern hauen Club locker weg

Franck Ribéry, der erstmals als Kapitän der Bayern auflief, muss hier dem Nürnberger Torwart Raphael Schäfer den Vortritt lassen. Aber trotzdem musste der Club-Keeper bei der 0:4-Niederlage mehrmals hinter sich greifen. Bild: dpa

Die wertvollen Einsatzkräfte für Barcelona durften durchschnaufen. Das Schaulaufen zu weiteren Rekorden können bei den Meister-Bayern auch mal Hinterbänkler und Bundesliga-Frischlinge wie die Teenager Emre Can oder Pierre Emile Hojbjerg erledigen.

Mit Franck Ribéry als Anführer einer von Jupp Heynckes radikal durchrotierten Reservistentruppe hauten die Münchner zwischen den großen Aufgaben in Champions-League und DFB-Pokal mal eben in der Fußball-Bundesliga den 1. FC Nürnberg im 186. Bayern-Franken-Derby mit 4:0 (3:0) weg.

"Wir sind immer seriös, und wir müssen im Rhythmus bleiben, das ist wichtig", verkündete der am Dienstag im Pokal-Halbfinale gesperrte Ribéry nach 90 lockeren Arbeitsminuten, in denen er erstmals Kapitän war, was ihn mit Stolz erfüllte: "Das war ein komplett anderes Gefühl, schön, gut. Aber jetzt wollen wir gegen Wolfsburg gewinnen und nach Berlin - und dann kommt Barcelona!"

Es sind wahre Festwochen für den deutschen Meister, und der Trainer tut alles für eine optimale Titelausbeute. Gegen den Club saß Personal für fast 200 Millionen Euro auf der Bank (Martínez, Neuer, Mandzukic, Robben, Dante, Alaba) und Tribüne (Lahm, Schweinsteiger, Müller) - na und? "Das Spiel hat gezeigt, dass jeder zu jeder Sekunde spielen kann", lobte Heynckes seine Reservisten: "Wir sind eine positive Clique!"
Das Toreschießen beim 25. Sieg in dieser Saison (Ligarekord eingestellt) übernahmen vor 71 000 Zuschauern Jérome Boateng (5. Minute), Mario Gomez (17.), Rafinha (24.) und Xherdan Shaqiri (56.). Und für das 19. Zu-Null-Spiel der laufenden Spielzeit (auch eingestellter Ligarekord) durfte Ersatztorwart Tom Starke sorgen, der einen Foulelfmeter von Timmy Simons mit dem Kopf abwehrte (47.).

Alle Mitglieder seines Kaders sollen sich als "richtige deutsche Meister" fühlen können, wie Rotations-Meister Heynckes betonte. "Die Spieler, die neu reingekommen sind, wollten beweisen, dass sie zu Recht zum Kader gehören. Das haben sie auch. Man kann da nur den Hut ziehen", lobte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge: "Toll!"

Die Wehrlosigkeit der Nürnberger, die wie Gratulanten für den Meister Spalier standen, ermöglichte es Heynckes sogar, neben dem 19-jährigen Can in der Endphase auch noch den Dänen Pierre Emile Hojbjerg mit 17 Jahren und 251 Tagen zum jüngsten Bundesligaspieler des FC Bayern zu machen.

Neun Spiele ohne Niederlage und die Aufstellung des Gegners hatten bei Club-Trainer Michael Wiesinger Hoffnungen geweckt hatten - vor dem Anpfiff. "Nach fünf, sechs, sieben Minuten habe auch ich erkennen müssen, dass auch diese Bayern-Mannschaft funktioniert", gestand Wiesinger.
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