08.02.2018 - 20:32 Uhr
Deutschland & Welt

Müder Frenzel hellwach Deutschland stolz auf seinen Fahnenträger

Die Anreise war mühsam. Und es war vorzeitig bekannt geworden, dass Eric Frenzel das deutsche Team bei der Eröffnungsfeier anführen darf. Doch der Nordische Kombinierer ist trotz der Pannen zuversichtlich. Für DOSB-Präsident Hörmann ist er "ein Vorbild in jeder Hinsicht".

Schon mal üben mit der kleinen Fahne: Fahnenträger Eric Frenzel wird von DOSB-Präsident Alfons Hörmann (links) begrüßt. Bild: Michael Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Eric Frenzel hatte sich auf den letzten Metern der Reise in den Olympiaort Pyeongchang in einen dicken grauen Schal gemummelt, um sich vor der Kälte zu schützen. Der Nordische Kombinierer schaute nach einer beschwerlichen Anreise in die südkoreanische Bergregion müde aus der Wäsche. Dennoch war er glücklich nach dem 26-stündigen Trip. "Es ist eine große Ehre, die Fahne einer Nation bei den Olympischen Spielen zu tragen", sagte er, als er am späten Donnerstagabend (Ortszeit) endlich im Deutschen Haus auf einem Golfareal bei Pyeongchang angekommen war.

Für Alfons Hörmann, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, ist Frenzel eine erstklassige Wahl. "Eric ist so etwas von bodenständig und in jeder Hinsicht ein Vorbild", sagte Hörmann. "Das Team wird sich hinter dem Vorzeigeathleten Eric Frenzel versammeln und den unabdingbar notwendigen Mannschaftsgeist entwickeln."

Olympia-Fans und die Mitglieder des deutschen Teams bei den Winterspielen in Südkorea hatten ihn zum Fahnenträger für die Eröffnungsfeier gekürt. Am Mittwoch war bereits durchgesickert, dass der 29-jährige Sachse die deutsche Mannschaft an diesem Freitag ins Olympiastadion von Pyeongchang führen darf. Er ist der erste Kombinierer, dem diese Ehre zuteil wird, seit dem Schwarzwälder Urban Hettich 1980 in Lake Placid. Neben Frenzel, auf den 31,4 Prozent der Stimmen entfallen waren, hatten dieses Mal auch Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (24,5 Prozent), Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff (18,7), Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg (16,7) und Rodlerin Natalie Geisenberger (8,7) zur Wahl gestanden. Für Frenzel war das Ergebnis der Wahl "eine große Überraschung. Ich habe mich riesig gefreut". Frenzel folgt als Fahnenträger bei Winterspielen auf die frühere Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch. Für die war die Rolle der Fahnenträgerin in Sotschi offenbar ein Ansporn, gewann sie doch anschließend Gold in der Super-Kombi.

Frenzels Anreise war mühsam. Zunächst hatte er wegen einer Software-Panne am Flugzeug rund sechs Stunden Verspätung beim Abflug in München und dann gab es nach der Landung in Seoul auch noch einige Probleme mit dem Sperrgepäck. Zuletzt hatte auch noch der Schnellzug, der ihn quer durchs Land nach Pyeongchang brachte, etwas Verspätung.

Eric ist so etwas von bodenständig und in jeder Hinsicht ein Vorbild.DOSB-Präsident Alfons Hörmann
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