Nach dem 3:0-Triumph ist das deutsche Champions-League-Finale gegen Dortmund perfekt
FC Bayern demütigt Barcelona

Nach dem 3:0-Triumph beim FC Barcelona feierten die Bayern-Spieler ausgelassen den Einzug ins Finale der Champions-League. Am 25. Mai trifft der deutsche Meister in London auf den nationalen Erzrivalen Borussia Dortmund. Bild: dpa

Das deutsche Giganten-Finale in Wembley ist perfekt! Ein super-cooler FC Bayern München um Wegbereiter Arjen Robben hat am Mittwoch mit dem 3:0 (0:0)-Triumph im Camp Nou die Vorherrschaft des FC Barcelona beendet und kämpft nun am 25. Mai in London gegen den nationalen Erzrivalen Borussia Dortmund um die Krone im europäischen Vereinsfußball.

24 Stunden nach dem Balance-Akt des BVB bei Real Madrid versetzten Robben (48.) mit einem perfekten Linksschuss, Gerard Piqué (72.) per Eigentor und Thomas Müller (76.) die Bayern-Fans unter den 95 000 Zuschauern in ausgelassene Finalstimmung. Direkt nach dem Schlusspfiff präsentierten die Bayern-Spieler ihre T-Shirts mit der Aufschrift "Final Wembley 2013".

"Wir haben hier 3:0 gewonnen, ich muss mich fast zwicken", konstatierte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. "Wir haben gegen Barcelona zwei wunderbare Tage erwischt. Jetzt fahren wir mit breiter Brust nach London und haben eine gute Chance, es nun auch zu packen." Trainer Jupp Heynckes lobte seine Mannschaft für "überragenden Fußball". "Es ist Wahnsinn, was wir geleistet haben", jubelte David Alaba, der das Champions-League-Finale 2012 wegen einer Sperre verpasst hatte. Auch Torschütze Robben konnte seine Gefühle nicht verbergen: "4:0 zu Hause und 3:0 hier: Das ist Geschichte!" Kapitän Philipp Lahm verkündete: "Wir sind das dritte Mal in den letzten vier Jahren im Finale, jetzt wollen wir den Pott auch holen."

Messi auf der Bank

Barcelona ging ohne den mangels Fitness auf der Bank hockenden Weltfußballer Lionel Messi gegen den übermächtigen deutschen Meister regelrecht unter. An ein Wunder nach dem 0:4 im Halbfinal-Hinspiel war nicht zu denken - am Ende stand sogar die erste Heimniederlage seit Oktober 2009 in der Königsklasse.

Die Münchner Triple-Jäger wollen nun in ihrem insgesamt fünften Königsklassen-Endspiel nach den noch frischen Niederlagen 2010 und 2012 endlich den zweiten Champions-League-Triumph nach 2001 feiern. Dortmund hat die Chance auf den zweiten Königsklassen-Coup nach 1997. Auf jeden Fall wird es den ersten internationalen Titel für eine deutsche Mannschaft seit dem Bayern-Triumph vor zwölf Jahren in Mailand geben.

Vier Jahre nach der 0:4-Demontage an gleicher Stelle demütigten die gereiften Münchner das katalanische Starensemble zum zweiten Mal innerhalb einer Woche. Unter der Regie von Bastian Schweinsteiger beschränkten sie sich nicht darauf, den eigentlich beruhigenden Vier-Tore-Vorsprung aus der ersten Partie zu verteidigen, sondern spielten ihre Stärken aus und suchten gegen einen erstaunlich zurückhaltenden Gegner selbst den Weg nach vorne.

Robben trifft zum 1:0

Drei Minuten nach Wiederbeginn beseitigte Robben die allerletzten Zweifel am Finaleinzug der Münchner. Nach David Alabas Diagonalpass zog der Niederländer auf der rechten Seite davon, kurvte in seiner unnachahmlichen Art nach innen und zog mit dem linken Fuß ab. Als der Ball im Torwinkel einschlug, kannte der Jubel im Bayern-Lager keine Grenzen mehr. Robben hatte die Münchner mit seinem 1:0-Siegtor im Halbfinale gegen Borussia Dortmund bereits ins DFB-Pokal-Endspiel geschossen.

Mit einer fast schon einschüchternden Präsenz im Mittelfeld ließen die Münchner ihrem Gegner kaum Raum für sein gefürchtetes Kombinationsspiel. Schweinsteiger beherrschte den trickreichen Xavi, der das Spiel seiner Mannschaft nicht wie geplant ankurbeln konnte. Dabei überzeugten die Münchner auch in punkto Disziplin und Fairness: Keiner der mit Gelb vorbelasteten Spieler handelte sich eine weitere Verwarnung ein, die im Finale eine Sperre nach sich gezogen hätte.
Allein im Abschluss fehlte den Gästen vor der Pause der letzte Tick Zielstrebigkeit. In der 12. Minute wurde Robben in letzter Sekunde von Gerard Pique abgeblockt. Dann war Pique eher am Ball, als Müller (25.) freie Bahn hatte.

Mit der verdienten Führung im Rücken kontrollierten die Bayern die Partie im zweiten Durchgang fast nach Belieben. 18 Minuten vor dem Ende sorgte ein Eigentor von Welt- und Europameister Pique für den endgültigen K. o. der Katalanen. Der Abwehrchef lenkte eine scharfe Flanke von Franck Ribéry unhaltbar ins eigene Netz. Dann durfte auch der im Hinspiel zwei Mal erfolgreiche Müller nach Flanke des immer stärker werden Ribéry noch jubeln.
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