Nach dem Patzer in Silverstone
Vettel unter Druck

Da lief es noch für Sebastian Vettel, doch später fiel der Ex-Weltmeister in Silverstone nach einem Reifenschaden zurück.

Ferrari muss zulegen. Vettel sieht sich im Nachteil gegen Hamilton und Mercedes in der Qualifikation. Nur eine Pole des Deutschen gegen sechs des Briten. Die Folge: Es wird eng vor der Sommerpause. Ungarn in knapp zwei Wochen ist eine von Hamiltons Paradestrecken.

Silverstone. Nach dem Frust-Reifenplatzer von Silverstone schaltete Sebastian Vettel umgehend in den Zuversichtsmodus. Dass der viermalige Formel-1-Weltmeister nach dem Großen Preis von Ungarn in nicht mal zwei Wochen erstmals in diesem Jahr nicht die WM anführen könnte - Vettel, der seinem Auto großes Vertrauen schenkt, verschwendete daran keine Gedanken. Trotz Platz sieben nach dem kaputten Reifen gegen Rennende beim Großen Preis von Großbritannien und der auf einen Punkt geschmolzenen Führung im Klassement vor Silverstone-Seriensieger Lewis Hamilton hinterließ er jedoch einen recht entspannten Eindruck. Der Brite fuhr bei seinem Heim-Grand-Prix mal wieder in einer eigenen Liga, holte die 67. Pole seiner Karriere, gewann zum fünften Mal insgesamt und vierten Mal nachein-ander in Silverstone. Des weiteren schaffte er den Grand Slam: Sieg, Pole, schnellste Rennrunde. "Wenn Du dir ein Ziel setzt und diesen Glauben in dich hast: Es ist so ein großartiges Gefühl", sagte Hamilton, der den 57. Sieg seiner Laufbahn nach zwei schweren Grand-Prix-Wochenenden aber nicht als Erleichterung empfand. Es scheint, dass Hamilton und Mercedes den Wagen für diese Saison immer besser beherrschen und verstehen. "Als die Saison angefangen hat, war es ein bisschen komplizierter, mit diesem Auto richtig umzugehen", meinte Hamilton. Wohingegen sich Vettels Auto von Beginn an umgänglicher gab: Drei Siege in den ersten sechs Rennen. Seit Monaco wartet der Heppenheimer aber auf den vierten Saisonerfolg. "Es ist wahrscheinlich wahr, dass Mercedes in den vergangenen Rennen ein bisschen stärker war", sagte Vettel. Drei Siege feierte das deutsche Werksteam gegen den italienischen Rennstall in den vergangenen vier Rennen. Außerdem spricht für den Mercedes die Power des Motors. Für Ferrari jedoch spricht vor allem der Speed in schnellen Kurven, in der berühmten Copse in Silverstone sei man 10 Stundenkilometer schneller gewesen als der Mercedes. Durch die rasante Fahrweise wurde der linke Vorderreifen zerstört.

Der Knackpunkt im Titelkampf bleibt für Vettel die Qualifikation. Nur einmal fuhr er in dieser Saison auf Pole, einmal schaffte es Räikkönen. Zweimal Bottas, sechsmal Hamilton. Beim nächsten Versuch in Ungarn stand in den vergangenen vier Jahren ein Mercedes auf Pole und mit fünf Siegen ist Hamilton dort jetzt schon Rekordsieger.

Es ist wahrscheinlich wahr, dass Mercedes in den vergangenen Rennen ein bisschen stärker war.Sebastian Vettel
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