Neujahrsspringen
Eisenbichler ein dankbarer Vierter

Mit dem ersten deutschen Sieg beim Tournee-Neujahrsspringen seit 2002 wurde es wieder nichts. Trotz einer starken Leistung bleibt für Markus Eisenbichler nur der undankbare vierte Rang. Dennoch ist er zufrieden. Jubeln darf der Norweger Daniel Andre Tande.

Garmisch-Partenkirchen. Frohnatur Markus Eisenbichler stand lächelnd im Auslauf und plauderte entspannt über seinen gelungenen Start ins WM-Jahr. Dass ihm die Krönung mit Platz vier beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee versagt geblieben war, tat seiner guten Laune keinen Abbruch. "Ich habe kein weinendes Auge. Ich kann bloß lachen. Mit dem vierten Platz bin ich echt zufrieden. Wenn mir das einer vorher prophezeit hätte, hätte ich gesagt: Träum' weiter", sagte Eisenbichler nach seinem starken Auftritt. Beim Sieg des Norwegers Daniel Andre Tande fehlten Eisenbichler in Garmisch-Partenkirchen nur 3,5 Punkte zum erhofften Platz auf dem Podium, den er schon zum Auftakt in Oberstdorf als Sechster knapp verpasst hatte. Bundestrainer Werner Schuster suchte daher erst gar nicht nach einem Haar in der Suppe. "Ich bin sehr glücklich mit Markus. Es war ein toller Tag für ihn. Die anderen waren einfach einen Tick besser", sagte er. Für Eisenbichler, den neuen Frontmann der deutschen Skispringer, war es immerhin das zweitbeste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere. Dennoch musste er nach Sprüngen auf 136,5 und 139,5 Meter mit der Blechmedaille vorlieb nehmen. "Die anderen waren saustark", räumte Eisenbichler ein.

In einem hochklassigen Wettbewerb setzte sich Tande mit Weiten von 138 und 142 Metern vor Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen, der 135,5 und 143 Meter weit sprang, und Auftaktsieger Stefan Kraft aus Österreich durch. "Für mich ist das ein besonderer Sieg", sagte Tande. "Hier, wo Birger Ruud 1936 Olympiasieger geworden ist."

In der Gesamtwertung übernahm Stoch nach zwei Wettbewerben mit 591,2 Punkten die Führung vor Kraft (590,4). Dritter ist Tande (584,6), Eisenbichler folgt mit 572,0 Zählern auf Rang vier. "Markus springt mit ums Gesamt-Podium", sagte Schuster.

Am Mittwoch geht es mit dem dritten Springen in Innsbruck weiter. "Ich versuche, weiter mein Zeug zu machen und werde nicht locker lassen", versprach Eisenbichler. Vor 20 000 Fans an der ausverkauften Großen Olympiaschanze unweit der Zugspitze und einem Millionen-Publikum vor den Fernsehgeräten zeigte er keine Nerven und hielt dem Druck stand. Die Zusammenarbeit mit einem Psychologen vor zwei Jahren machte sich dabei bezahlt.

Nach seinem Sieg in der Qualifikation saß der 25-Jährige im ersten Durchgang erstmals als letzter Springer auf dem Balken. "Das war cool", berichtete er. Mit seinem Satz auf 136,5 Meter, der ihn auf Rang vier brachte, war er nicht einmal richtig zufrieden. "Ich habe ein bisschen gemurkst", sagte Eisenbichler. Auch der zweite Versuch war nicht optimal, obwohl es noch einmal drei Meter weiter ging. "Es sind noch kleine Fehler drin", analysierte Schuster. Dennoch ist Eisenbichler aus dem Schatten von Severin Freund getreten, der mit Sprüngen auf 128,5 und 131,5 Meter als 21. erneut eine Enttäuschung verkraften musste.

Ich versuche, weiter mein Zeug zu machen und werde nicht locker lassen.Markus Eisenbichler
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