14.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Noriaki Kasi denkt nicht ans Aufhören Weitermachen bis 53

Noriaki Kasai ist der Veteran der Skisprung-Szene. Fast alle Top-Athleten könnten vom Alter her seine Söhne sein. Man müsste meinen, der 45-Jährige spielt keine Rolle mehr. Doch das täuscht.

Immer gut drauf und aus dem Skisprungzirkus nicht wegzudenken ist der Japaner Noriaki Kasai. 45 Jahre ist er schon. Weitermachen möchte er, bis er 53 ist. Bild: ./kyodo/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Rekorde sind ja selten für die Ewigkeit. Wenn Noriaki Kasai aber sein irrwitziges Vorhaben, bis 2026 weiter zu springen, wirklich wahr macht, dürfte es schwer werden, den japanischen Skisprung-Methusalem noch einmal als Rekord-Teilnehmer bei Olympischen Winterspielen abzulösen. In acht Jahren könnte der 45-jährige Kasai im Alter von 53 seine zehnten Spiele bestreiten. "Mein größter Traum ist immer noch, bei den Olympischen Spielen Gold zu gewinnen", sagt der Routinier. Und wenn das in Pyeongchang 2018 nicht klappt, muss er eben weiterspringen. Sein Fernziel ist 2026, wenn seine Heimat Sapporo Austragungsort sein könnte.

"Als ich 40 wurde, habe ich mich entschieden, bis 50 weiterzumachen", sagt Kasai, der in Pyeongchang bei der Eröffnung die Fahne seines Landes ins Stadion tragen durfte. Sapporo 2026 sei eine "zu große Chance, um vorzeitig aufzugeben". Der Japaner, der zum Zeitpunkt der Geburt von Olympiasieger Andreas Wellinger den Titel als Flug-Weltmeister schon wieder los war, erregt in der Sprung-Szene noch immer große Aufmerksamkeit.

Eine halbe Stunde steht er den japanischen Journalisten oft nach durchwachsenen Leistungen und Platzierungen zwischen 20 und 40 Rede und Antwort. Der Andrang ist groß wie bei kaum einem anderen Springer. Für die internationale Presse wird stets mit Übersetzer gearbeitet, weil Kasai nach all den Jahren noch immer nicht Englisch spricht. Für eine Überraschung ist er aber immer wieder gut. Im Alter von 41 gewann er in Sotschi olympisches Silber im Einzel und Bronze im Team. Aber eben noch nicht Gold.

Der Routinier aus Shimokawa hat vor fast 30 Jahren debütiert und gehört genauso zum Weltcup wie FIS-Renndirektor Walter Hofer und der unberechenbare Wind, über den die Springer sagen, man betreibe ja schließlich keine Hallensportart. "Ich glaube, ich bin insgesamt schon einmal um die Welt geflogen", sagt Kasai. Nicht ganz, aber "Die Zeit" hat errechnet, dass der Japaner bei 537 Weltcups etwa 156 Kilometer weit gesprungen ist.

Erst im Vorjahr stand der japanische Flieger noch einmal auf dem Podest und stellte damit einen Rekord auf. Mit 44 Jahren schaffte es zuvor noch kein Skispringer auf das Treppchen. "Was mich antreibt, ist ganz einfach: Ich liebe das Skispringen", sagt der Teilnehmer von 105 Springen bei der Vierschanzentournee. Dabei strahlt er, wie eigentlich immer, wenn man ihn sieht.

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