Notfall: drei eingeklemmte Narbenbrüche
Patient im Krankenhaus abgelehnt

Heftige Kritik an einem Arzt des Kemnather Krankenhauses übt der Eschenbacher Roland Bayer. Bild: stg
Kemnath. (luk) Roland Bayer sollte keine Zeit verlieren. Wegen eines eingeklemmten Narbenbruchs wies ihn der ärztliche Notdienst an einem Samstagabend im Juli als Notfall ins Krankenhaus ein. Aufgrund der räumlichen Nähe ließ sich der Eschenbacher von seiner Frau nach Kemnath fahren.

Doch nach allem, was dem 37-Jährigen dort widerfahren ist, bevorzugte er doch lieber eine Behandlung im Weidener Klinikum. Und den Arzt, der ihn in Kemnath hätte versorgen sollen, hat er inzwischen angezeigt.

Es sei etwa gegen 18 Uhr gewesen, als er in Kemnath ankam, erinnert sich Bayer. Da die Pforte nicht besetzt gewesen sei, habe er sich bei einer Schwester gemeldet, die ihn und seine Frau zur chirurgischen Ambulanz begleitet und dort angemeldet habe. Es sei noch jemand im Zimmer, danach würden wir aufgerufen. hieß es. "Nach zirka 20 Minuten Wartezeit schickte ich wegen meiner starken Schmerzen meine Frau los, um nach dem Arzt zu sehen, da die anderen Patienten schon lange raus waren."

"Keiner mehr im Haus"

Der Arzt habe gemeint, er hätte uns vergessen, berichtet Bayer. "Wir könnten aber sofort reinkommen." Der Mediziner habe den Bauch abgetastet und schließlich seine Begleiterin hinzugerufen. Was der Doktor danach zu beiden gesagt habe, kann Bayer immer noch nicht so recht begreifen: "Er meinte zu uns wortwörtlich: ,Machen wir so: Wir haben uns nie gesehen und fahren sie ins Klinikum Bayreuth. Die müssen sie nehmen. Hier ist keiner mehr im Haus."

Bis Anästhesisten und Chirurgen kämen, würden drei bis vier Stunden vergehen. Mit diesen Worten habe ihm der Arzt die Notfalleinweisung von Dr. Hannelore Lippiotta wieder in die Hand gedrückt, erinnert sich der Eschenbacher.

Aus Angst, dass durch den Narbenbruch Darmteile eingeklemmt werden und dadurch absterben könnten, verständigte Bayer vom Besucherparkplatz aus selbst die Rettungsleitstelle, die einen Wagen vorbeischicken wollte. Bis dieser eintraf, hatten laut Bayer wohl auch die diensthabende Schwester und Chefarzt Dr. Ludwig Hofmann von dem Vorfall erfahren. Sie wollten ihn zum Bleiben bewegen, doch Bayer lehnte ab: "Das Vertrauen war zerstört."

Auf dem Weg nach Weiden habe ihm der Fahrer des Rettungswagens berichtet, dass der Eschenbacher bereits der zweite Patient an diesem Abend sei, den der Arzt in Kemnath abgelehnt habe.

Im Klinikum seien sofort unter anderem Ultraschalluntersuchungen vorgenommen worden, die die Diagnose des Wochenenddienstes bestätigten. Allerdings sei lediglich Bindegewebe eingeklemmt gewesen. Zwei Tage später, am Montag, operierten die Chirurgen im Klinikum Weiden bei Bayer schließlich drei eingeklemmte Narbenbrüche.
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