04.02.2018 - 22:06 Uhr
Deutschland & Welt

Nur 28. in Willingen Kein guter Sonntag für Freitag

Das war nichts! Der sonst so beständige Richard Freitag erwischt im Wind und Schneetreiben von Willingen zwei schwächere Sprünge. Für das erste Olympia-Einzel in sechs Tagen ist das kein gutes Omen.

Frustriert zieht sich Richard Freitag seine Mütze auf. Er hatte sich den Wettkampf am Sonntag anders vorgestellt. Bild: Arne Dedert/dpa
von Agentur DPAProfil

Willingen. Richard Freitag presste die Lippen zusammen und machte sich erst gar keine Mühe, seine Enttäuschung im dichten Schneetreiben von Willingen zu verstecken. Sechs Tage vor dem ersten Olympia-Einzel in Pyeongchang haben die deutschen Skispringer beim Heimspiel im Sauerland einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen. Freitag büßte nach Sprüngen auf 128 und 118,5 Meter am Sonntag nicht nur das Gelbe Trikot im Gesamtweltcup ein, sondern fuhr unmittelbar vor dem Saisonhöhepunkt als 28. sein erstes schlechtes Ergebnis mit zwei verpatzten Versuchen ein. "Ich glaube, es ist völlig egal, ob man mit einem guten oder einem schlechten Ergebnis rüberfährt. Ich freue mich drauf", relativierte Freitag einen Tag vor dem Abflug der DSV-Adler nach Südkorea. Den Sieg sicherte sich am Sonntagvormittag der Norweger Johann Andre Forfang, der nur knapp vor Vierschanzentournee-Gewinner Kamil Stoch aus Polen landete. Stoch eroberte mit Rang zwei die Gesamtführung und heimst als bester Athlet des Willingen-Wochenendes 25 000 Euro ein.

Der Sieg bei der Generalprobe vor etwa 15 000 Zuschauern ist ein gutes Omen für Olympia. Vor vier Jahren hatte der 30-jährige Stoch ebenfalls den Test im Upland gewonnen und später auch in Sotschi zweimal olympisches Gold geholt. Diesmal zeigten die Norweger Forfang und am Samstag Daniel Andre Tande die beste Generalprobe. Das deutsche Team um Freitag und Vorjahressieger Andreas Wellinger will nach einem schwachen Abschluss in Willingen bei den Spielen zurückschlagen. "Es geht auf die kleine Schanze, das ist das komplette Gegenteil. Ich bewerte das Ergebnis hier nicht über", sagte Freitag. Markus Eisenbichler wurde als Sechster bester Deutscher und unterstrich damit einen leichten Aufwärtstrend,.

"Uns fehlt Richard Freitag vorne drin. Aber das wollen wir ihm jetzt auch mal zugestehen", sagte Bundestrainer Werner Schuster und verwies auf die vielen starken Wettkämpfe des Sachsen in diesem Winter. Nachdem Freitag mit Rang zwei am Samstag bereits seinen achten Podestplatz in der Saison einfuhr, blickte Schuster mit gemischten Gefühlen zurück. "Die zwei Tage waren okay, auch wenn heute das Podest gefehlt hat", sagte der Österreicher.

Die fünf Olympia-Starter Freitag, Wellinger, Eisenbichler, Stephan Leyhe und Karl Geiger bleiben nun einen Tag im Teamhotel in Willingen und starten am Montag mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Seoul.

Ich glaube, es ist völlig egal, ob man mit einem guten oder einem schlechten Ergebnis rüberfährt. Ich freue mich drauf.Richard Freitag

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