12.09.2017 - 21:54 Uhr
Sport

Olympia Korruption bleibt ein Thema

Lima. Thomas Bach will eigentlich über die Zukunft sprechen. Über die historische Doppelvergabe der Olympischen Spiele am Mittwoch an Paris 2024 und an Los Angeles 2028. Doch fast 45 Minuten lang muss der IOC-Präsident Fragen zu einem neuen Skandal der Vergangenheit beantworten: Wurden die Spiele 2016 in Rio gekauft?

von Agentur DPAProfil

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees gab in der peruanischen Hauptstadt Lima, wo am Mittwoch das historische Ereignis gefeiert werden soll, natürlich den Kämpfer gegen Korruption. "Wenn Beweise vorgelegt werden, werden wir handeln", sagte er und versucht vorzubauen. "Keine Organisation in der Welt ist immun."

Es ist gerade mal ein gutes Jahr her, da schaute ein Milliardenpublikum auf Carlos Arthur Nuzman. "Der beste Platz ist jetzt hier", rief der brasilianische Chef des Organisationskomitees bei der Eröffnung der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro - Bach stand strahlend daneben. Dieser Nuzman musste nun seinen Reisepass abgeben, sein Haus wurde durchsucht, seine Konten gesperrt. Und er ist es, der Bach die so sorgfältig vorbereitete erst zweite Doppelvergabe bei der IOC-Session in Lima zu verhageln droht.

Unter diesem Aspekt ist das IOC mit der französischen Hauptstadt und der US-Westküstenmetropole gut bedient. Das Spektakel braucht in der Bevölkerung Rückhalt und eben für die milliardenschwere Vermarktung auch Glamour und Sexappeal, beides reichlich vorhanden. Beispielgebend für die Zukunft ist, dass sich die Kosten für 2024 und 2028 in einem vertretbaren Rahmen halten sollen. Mit 5,3 Milliarden Dollar will Los Angeles auskommen (knapp 4,5 Milliarden Euro). Paris kalkuliert mit 6,2 Milliarden Euro.

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