01.08.2017 - 21:44 Uhr
Sport

Olympia Los Angeles lässt Paris den Vortritt

Olympischer Friede zwischen Paris und Los Angeles. Beide Städte werden Gastgeber der Jugend der Welt. Klar, auch das liebe Geld hat geholfen, dass sich die verbliebenen Rivalen um die Sommerspiele 2024 geeinigt haben.

Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti (rechts), gab am späten Montagabend die Einigung mit Paris und dem IOC bekannt: Die Olympischen Sommerspiele 2024 finden in der französischen Hauptstadt statt, vier Jahre später ist die Sportjugend der Welt an der US-Westküste zu Gast. Bild: Ringo H.W. Chiu/dpa
von Agentur DPAProfil

Paris/Los Angeles. Beachvolleyball vor dem Eiffelturm, Basketball unter kalifornischer Sonne am Strand von Venice - die Jugend der Welt kann sich bei den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 und 2028 auf Wettkämpfe vor spektakulären Kulissen freuen. Die französische Hauptstadt und die Metropole an der US-Westküste haben sich gütlich auf die Reihenfolge der Ausrichtung geeinigt - das Internationale Olympische Komitee (IOC) versüßt Los Angeles das Warten bis 2028 mit dem stattlichen Betrag von 1,8 Milliarden US-Dollar (derzeit etwa 1,52 Milliarden Euro).

Zuletzt 1996 in den USA

Auch für den Skandal geplagten US-Präsidenten Donald Trump ein Grund zur Freude, auch wenn er während der Spiele in L.A. definitiv nicht mehr im Amt ist. "Zum ersten Mal seit einer Generation kehren die Olympischen Spiele in die USA zurück, und ich bin stolz darauf, L.A. 2028 zu unterstützen", sagte Trump laut einer Erklärung vom späten Montagabend. Zuletzt hatte Atlanta 1996 Olympische Spiele und Paralympics in den USA ausgerichtet.

Zufrieden ist auch IOC-Präsident Thomas Bach. "Los Angeles hatte eine exzellente Bewerbung vorgelegt", sagte Bach laut einer IOC-Erklärung. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir ein dreiseitiges Abkommen unter Führung des IOC mit L.A. und Paris im August erreichen, das eine Win-Win-Win-Situation für die drei Partner schafft." Darüber muss dann die Vollversammlung aller IOC-Mitglieder, die sogenannte Session, am 13. September in der peruanischen Hauptstadt Lima entscheiden. Die Zustimmung gilt als sicher.

Los Angeles hat als Gastgeber große Tradition: Schon 1932 und 1984 richtete die Metropole Olympia aus, die ersten privat finanzierten Sommerspiele vor nunmehr 33 Jahren in Kalifornien galten als Modell für die Zukunft. Die Stadt habe den "allerbesten Preis" gewonnen, sagte L.A.-Bürgermeister Eric Garcetti. Der Deal sei einfach zu gut gewesen, um ihn auszuschlagen. Etwa 160 Millionen Dollar des IOC sollen in die Förderung des Jugendsports fließen.

Zuschlag nach 100 Jahren

Für Paris bedeutet der erwartete Zuschlag für 2024 eine historische Wiederkehr: Schon vor 100 Jahren war die Metropole an der Seine Gastgeber der Spiele. Erstmals hatte Paris im Rahmen der Weltausstellung 1900 Olympische Spiele ausgerichtet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßte die wichtigen Weichenstellungen. Er freue sich "über diese sehr wichtige Etappe zum Erhalt der Spiele für Frankreich in 2024", teilte der Élyséepalast mit.

Bach hatte die Doppelvergabe vorangetrieben. Seiner Ansicht nach bringt das bisherige Vergabeverfahren zu viele Verlierer hervor. Schon eine Bewerbung ist mit hohen Kosten und politischen Risiken verbunden. Gescheiterte Bewerber mit durchaus konkurrenzfähigen Konzepten treten nicht unbedingt ein zweites Mal an. Die Bewerbungen von Paris und Los Angeles ernteten großes Lob vor allem wegen vergleichsweise geringer Kosten.

Zum ersten Mal seit einer Generation kehren die Olympischen Spiele in die USA zurück, und ich bin stolz darauf, L.A. 2028 zu unterstützen.US-Präsident Donald Trump
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