08.02.2018 - 20:36 Uhr
Deutschland & Welt

Olympische Biathlon-Entscheidungen Schlafbefehl für Laura Dahlmeier

Die Kritik nach der historischen Olympia-Pleite der Skijägerinnen in Sotschi hat Damen-Bundestrainer Gerald Hönig sehr hart getroffen. In Pyeongchang soll es wieder Biathlon-Medaillen geben.

Biathletin Laura Dahlmeier zieht sich am Schießstand einen Schal über den Kopf. Die Deutsche will in Südkorea ihre erste olympische Medaille holen. Bild: Hendrik Schmidt/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Laura hier, Laura da - Deutschlands große Gold-Hoffnung Laura Dahlmeier steht schon vor ihrem ersten Olympia-Auftritt am Samstag im Rampenlicht. "Wo ist Laura Dahlmeier?" fragt in Pyeongchang schon mal der eine oder andere Fotograf. Damen-Bundestrainer Gerald Hönig dreht sich dann am Schießstand um, grinst verschmitzt und sagt: "Die Laura, die macht noch Urlaub."

Natürlich ist die siebenmalige Weltmeisterin beim Training im Alpensia Biathlon Center dabei. Und wirkt dabei relativ ausgeschlafen. "Es ist richtig schön hier in Korea", sagte sie am Donnerstag. "Überall sieht man die olympischen Ringe. Sehr viele Sportler sind da, alle sind gut drauf. Es macht einfach Spaß, da zu sein." Und auch sportlich hat die Gesamtweltcup-Siegerin keinerlei Sorgen: "Ich fühle mich eigentlich ganz gut gewappnet."

Nichts wird dem Zufall überlassen. In den Appartements im Olympischen Dorf wurden die großen Lampen in den Wohnräumen der Sportler mit Tageslicht imitierenden Spezial-Birnen ausgestattet. Da die Biathlon-Wettkämpfe in Südkorea am späten Abend beginnen, wollen sich die Skijäger erst gar nicht an die neue Zeitzone gewöhnen, sondern im Wettkampf-Rhythmus bleiben. "Wir schlafen bis zehn, elf und gehen erst zwischen zwei und drei ins Bett", sagt Hönig. Vor den Winterspielen 2014 war der Thüringer zum Nachfolger des bisherigen Damen-Coaches Uwe Müssiggang ernannt worden. Der erfolgreichste deutsche Biathlon-Trainer gewann mit seinen Mädels insgesamt 77 Medaillen bei Großereignissen. In Sotschi zeichnete Müssiggang als Cheftrainer für Frauen und Männer verantwortlich. Nach den Rücktritten von Magdalena Neuner und Kati Wilhelm hatte es vor vier Jahren erstmals keine Olympia-Medaille für deutsche Skijägerinnen gegeben. "Die Kritik war berechtigt, aber auch überzogen. Da waren noch Juniorinnen dabei. Das war für uns das Ärgerliche, dass man das vollkommen außer acht gelassen hat", sagt Müssiggang, der mittlerweile im Ruhestand ist.

Wir schlafen bis zehn, elf und gehen erst zwischen zwei und drei ins Bett.Gerald Hönig über den Tagesrhythmus der Biathletinnen
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.