Paul Biedermann und Philip Heintz auch mit Platz zwei zufrieden - EM-Titel für Hausding/Klein
Nur ganz knapp am Gold vorbei

Philip Heintz (rechts) setzte noch im Wasser ein breites Grinsen auf. Platz zwei hinter Dauer-Europameister Laszlo Cseh aus Ungarn war mehr als der Mannheimer über die 200 Meter Lagen erwartet hatte. Bild: dpa

Die Goldjagd von Paul Biedermann endete bitter, die von Patrick Hausding und Sascha Klein ging eindrucksvoll weiter - und Silbermedaillengewinner Philip Heintz hätte beinahe den Dauermeister-Europameister gestürzt.

Am Tag der großen EM-Serien mit dem imponierenden Titelgewinn der Turmspringer von Patrick Hausding/Sascha Klein als deutschem Höhepunkt, fehlten Biedermann nur zwei Hundertstelsekunden zum nächsten Erfolg auf seiner Lieblingsstrecke. Dreimal - 2008, 2010 und 2012 - hatte der Weltrekordler über seine Lieblingsstrecke gewonnen. Am Mittwoch kletterte Biedermann nach dem Finale über 200 Meter Freistil ausgepowert und mit "Schmerzen" als Zweiter aus dem Berliner Becken.

Punzel springt zu Bronze

Kaum mehr, nur sieben Hundertstelsekunden, fehlten Lagenschwimmer Heintz über 200 Meter zum ganz großen Coup. Aber auch nach Silber hinter dem nun fünfmal nacheinander erfolgreichen Ungarn Laszlo Cseh grinste der Kurzbahn-Europameister breit. Bronze vom Ein-Meter-Brett durch Tina Punzel rundete den bislang erfolgreichsten Tag der deutschen Mannschaft ab.

Insgesamt 14 Medaillen schmücken nach 31 von 64 Entscheidungen nun die Bilanz. Die Minimalanforderung von 14 bis 19 Top-3-Plätzen ist damit schon erfüllt. Großen Anteil haben neben den Freiwasser-Assen die in Berlin schon je zweimal erfolgreichen Hausding/Klein. "Wir freuen uns gigantisch", bekannte Klein.

Auch Biedermann kann die Heim-EM trotz eines ärgerlichen Vorlauf-K.o. über 400 Meter Freistil und des verpassten Goldes schon jetzt als geglückt ansehen. "Je länger das Rennen weg ist, umso mehr freue ich mich über Silber. Heute Abend mach' ich dann hoffentlich wieder Jubelsprünge" erklärte der Weltrekordler, dem Freundin Britta Steffen ein "Hammerrennen" bescheinigte. "Wenn der Olympiasieger hier Dritter wird, muss man sich als Zweiter nicht verstecken", betonte die langjährige Doppel-Olympiasiegerin. Gewinner Velimir Stjepanovic aus Serbien benötigte 1:45,78 Minuten. Dritter wurde Olympiasieger und Weltmeister Yannick Agnel aus Frankreich.

Weitere Chance

Eine Krankheit in der EM-Vorbereitung durchkreuzte die Pläne des 28-Jährigen, der weitere Chancen in Berlin hat. Als Zweiter der europäischen Jahresbestenliste kann er die 100 Meter Freistil angehen, dazu locken zwei Staffelmedaillen. Erst einmal ist an diesem Donnerstag der WM-Zweite Marco Koch nach zwei Top-Auftritten über 200 Meter Brust große Goldhoffnung.

Auch Hausding und Klein haben noch weitere gute Möglichkeiten. Trotz aller Erfolge - für die Weltmeister bedeutete es jeweils EM-Sieg Nummer zehn - war die Ehrung nach ihrem Synchron-Coup Nummer sieben ganz besonders. "Die Freude ist exponentiell steigend. Es ist jedes Jahr die neue Situation, dass man wieder Europameister wird", erklärte Hausding nach seiner zweiten Goldmedaille in Berlin. "Das zeugt von absoluter Stabilität, Weltklasse", pries Leistungssportdirektor Lutz Buschkow die Erfolgsserie.

Die Erfolgsreihe von Cseh wäre fast überraschend gerrissen. "Sieben Hundertstel sind schon ärgerlich", erklärte Heintz nach seinen 1:58,17 Minuten. "Aber es hat ziemlich Spaß gemacht, gegen Laszlo so ein Rennen zu haben." Bitter: Nur sieben Hundertstelsekunden fehlten Markus Deibler auf Platz vier auf den Bronzerang.
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