18.03.2004 - 00:00 Uhr
Sport

Petra Horneber hat Olympia voll im Visier - Harte Ausscheidungskämpfe - Im Kleinkaliber stärker: Andrea und Athen absolute Lieblinge

Profischützen fixieren ihr Ziel ganz genau: "Ich will nach Athen", sagt Petra Horneber. Aber was treibt sie noch an? Sie, die bei Olympia 1996 Silber mit dem Luftgewehr geholt und 2002 im finnischen Lahti mit dem Kleinkalibergewehr den WM-Titel gefeiert hat. "Medaillen sind's nicht", gibt die gebürtige Flosserin zu. "Ich hatte überall Erfolge."

von Josef Maier Kontakt Profil

Was ist es dann? "Olympia ist dieses besondere Flair. Einfach was ganz Besonderes." Und dieses Prickeln möchte sie nach 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney auch in Athen spüren und erleben. Seit vergangenen Oktober läuft das Unternehmen "Olympia" auf Hochtouren. Mit technischen Trainingseinheiten und auch Jogging für die Ausdauer.

Entscheidung im Mai

Erst Ende Februar kam die 38-Jährige vom Weltcup in Bangkok zurück. Ein erster Härtetest. Ganz gut sei es gelaufen, sagt sie. Mit dem Luftgewehr war sie Siebte. Im Kleinkaliber verpasste sie als Neunte das Finale nur um einen Ring. Entscheidend sein wird aber der Monat Mai. Mit den zwei Ausscheidungsschießen, eines davon in ihrer Oberpfälzer Heimat, im Leistungszentrum Pfreimd (12. bis 16. Mai).

"Grauft wird bis zum Schluss", umschreibt sie spaßig ihre große Motivation, vorzeitig aufgeben will sie auf keinen Fall. Nur zwei Fahrkarten für Olympia sind jeweils für das Luftgewehr und Kleinkaliber zu vergeben. Jeweils sieben Damen aus dem Nationalmannschaftskader streiten darum. Beim Luftgewehr hat Sonja Pfeilschifter schon ein Ticket in der Tasche. "Das ist in Ordnung so", sagt Horneber. "Sonja war dort zuletzt immer die Beste." Horneber selbst, die jetzt in Kranzberg bei München mit ihrer Familie wohnt und auch dort trainiert, sieht für sich bessere Chancen im Kleinkaliber-Bereich. "Beim Luftgewehr habe ich zuletzt mit technischen Schwierigkeiten gekämpft."

Zudem machen junge, hungrige Talente wie Dorothee Bauer oder Barbara Lechner den Etablierten das sportliche Leben immer schwerer. Auch deshalb ist die Leistungsdichte innerhalb der Bundesrepublik sehr groß. Für den deutschen Medaillenspiegel in Griechenland kann das nur von Vorteil sein, meint Horneber: "Wer sich bei uns in der Qualifikation durchsetzt, hat auch in Athen gute Chancen."

Töchterchen in Floß

Soweit will sie aber noch nicht denken. "Meine Planungen laufen bis Ende Mai", sagt Horneber, für die die Vorbereitung doppelt hart ist. Denn genauso wie sie ihren Sport liebt, ist sie mit Leib und Seele Mama. Töchterchen Andrea wurde dieser Tage sechs Jahre alt. "Natürlich beschwert sie sich darüber, wenn ich manchmal nicht da bin", erzählt Horneber. Wenn Mama und Papa auf Reisen sind, verbringt die Kleine immer ein paar Tage in Floß. Oma und Opa dort freut's.

Sollte sich Mama qualifizieren, dann wird die Kleine wohl auch während der Spiele in der Oberpfalz sein. Nur ein paar Tage nach Olympia steht für die Familie Horneber ein weiteres Großereignis an. Andrea wird eingeschult. "Dann bestimmt nicht mehr der Schießplatz die Zeit, sondern die Schule", sagt Horneber. Als Signal, dass sie nach Athen ihre Karriere beenden wird, will sie das nicht sehen. "Da habe ich mir noch keinen Zeitpunkt gesetzt." Gut möglich, dass sie weitere Ziele ins Visier nimmt.

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