06.09.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Privatsender wieder im großen Fußball dabei - Experte Lehmann gegen Kahn und Scholl Der Weg nach Paris auf RTL

Das neue RTL-Trio für die Länderspiele: (von links) Kommentator Marco Hagemann, der Fußball-TV-Experte Jens Lehmann und Moderator Florian König. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Oliver Kahn war gestern, Jens Lehmann ist morgen. Die früheren Torhüter, die sich jahrelang ein faszinierendes Duell um die Nummer eins in der Nationalmannschaft lieferten, sind von dieser Woche an als TV-Experten bei Länderspielen wieder Konkurrenten. Nach dem Auftritt von ZDF-Mann Kahn bei der Neuauflage des WM-Finales zwischen Deutschland und Argentinien am Mittwoch, feiert Lehmann seine Premiere als RTL-Experte am Sonntag, 7. September (20.45 Uhr), beim EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland in Dortmund.

"Ich sehe uns nicht als Rivalen", sagte Lehmann vor seinem Debüt. Er präsentiert zukünftig mit Moderator Florian König und Kommentator Marco Hagemann jeweils zehn Qualifikationspartien für die EM 2016 in Frankreich und die WM 2018 in Russland für den Kölner Privatsender. Und ob er es will oder nicht: Lehmann wird sich künftig bei seinen Fernsehauftritten mit Kahn und dem ARD-Experten Mehmet Scholl messen lassen müssen.

Denn der Stabwechsel auf dem Expertenstuhl in dieser Woche ist kein endgültiger. Die Testspiele des DFB-Teams und die Endrunden-Turniere werden weiter von den Öffentlich-Rechtlichen gezeigt. Dennoch bedeutet die Rückkehr von RTL in das große Fußball-Geschäft eine Zäsur für den Sport im deutschen Fernsehen. Bisher haben ausschließlich ARD/ZDF die Qualifikation übertragen.

Doch bei der Vergabe der Rechte, die die Uefa erstmals zentral ausgeschrieben hatte, setzte sich RTL mit einem Angebot von geschätzten 100 Millionen Euro durch. ARD und ZDF konnten beim Wettbieten nicht mithalten. "Wir hatten gemeinsam eine klare finanzielle Obergrenze definiert", teilten die beiden Sender mit.

ARD und ZDF müssen einen durchaus schmerzlichen Verlust verkraften. Die überragenden TV-Quoten bei der WM in Brasilien haben unterstrichen, dass kaum ein anderes Ereignis die TV-Nation so vereinen kann wie die Spiele der Fußball-Nationalmannschaft. Mit der ebenfalls millionenschweren Champions-League (ZDF), dem DFB-Pokal (ARD) und den regelmäßigen Bundesliga-Sendungen sehen sich die Öffentlich-Rechtlichen im Fußball-TV-Wettstreit dennoch gut aufgestellt.

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