11.07.2017 - 22:16 Uhr
Sport

Radsport Immer wieder Kittel

Bergerac. Blumen in der Rechten, den Siegerpokal in der Linken, und obendrein ein charmantes Lächeln: Marcel Kittel hat bei den Siegerehrungen der 104. Tour de France inzwischen große Routine. Im Ziel der 10. Etappe in Bergerac flog der 29 Jahre alte Erfurter zu seinem insgesamt 13. Tour-Etappensieg und übertrumpfte damit Ex-Profi Erik Zabel. "Mir geht es nicht um Legenden oder Rekorde. Ich will das hier genießen, das sind ganz spezielle Momente. So gut habe ich mich noch nie gefühlt", sagte Kittel am Dienstag nach seinem vierten Triumph bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt.

Mittlerweile ein gewohntes Bild bei der Tour de France: Etappensieger Marcel Kittel reckt die Arme in die Höhe - zum vierten Mal im Verlauf der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Bild: Christophe Ena/dpa
von Agentur DPAProfil

Die Konkurrenz hat längst kapituliert und feiert zweite Plätze wie einen Sieg. Nach 178 Kilometern von Périgeux nach Bergerac hatte Kittel vor dem zweitplatzierten John Degenkolb drei Längen Vorsprung. "Marcel ist im Moment auf einem anderen Planeten, was Explosivität und Schnelligkeit angeht. Keiner ist in der Lage, ihn Mann gegen Mann zu schlagen", sagte sein früherer Teamkollege Degenkolb, der mit den Kittel-Konkurrenten ein Parallel-Rennen fuhr. .

"Ich habe auf den richtigen Moment gewartet. Ich war in einer perfekten Position und konnte 250 Meter vor dem Ziel rausgehen", sagte Kittel, der weiter sein Erfolgsrezept verfolgt: so spät wie möglich in den Wind gehen und dann mit enormer Wucht an allen vorbeirauschen.

Für die Tour-Favoriten war die Sprintetappe wie ein verkappter Ruhetag. "Das war bisher vielleicht die angenehmste Etappe, kein Stress, alles perfekt", erklärte der Träger des Gelben Trikots, Chris Froome. Der Brite führt das Gesamtklassement weiter mit 18 Sekunden vor dem Italiener Fabio Aru an. Dritter ist 51 Sekunden zurück der Franzose Romain Bardet. Am Mittwoch in Pau bietet sich dem in der Schweiz lebenden Kittel die nächste Chance auf einen Etappensieg.

Positiv getestet

Der frühere Bora-Radprofi Ralf Matzka ist bereits im vergangenen Jahr positiv getestet worden. Das teilte sein früherer Teamchef Ralph Denk am Dienstag mit. Demnach wurde bei dem Schwarzwälder am 3. März 2016 die Substanz Tamoxifen nachgewiesen. Matzka fuhr von 2013 bis 2016 für den Bora-Radrennstall, danach gehörte er nicht mehr dem jetzigen World-Tour-Team an. Matzka wurde bislang aber weder suspendiert noch gesperrt. Der Radsport-Weltverband UCI habe ein verbandsinternes Verfahren eingeleitet und Klage erhoben, teilte Denk mit, der eine Wasserverunreinigung für den Positivtest als mögliche Ursache nennt. Das Team rechne mit einem Freispruch.

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