15.02.2018 - 22:30 Uhr
Deutschland & Welt

Real nach Sieg über Paris obenauf Rekordmann Ronaldo

Real muss lange zittern. Mit einem späten Doppelpack haben die in der Liga kriselnden Königlichen im Giganten-Duell der Champions-League gegen Paris doch noch gut vorgelegt.

Damit hätte er sicher auch im Eiskunstlauf bei den Olympischen Spielen derzeit gute Chancen. Cristiano Ronaldo bejubelte stilistisch sicher seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 gegen Paris. Bild: Paul White/dpa
von Agentur DPAProfil

Madrid. Toni Kroos war das Lachen nach dem Duschen immer noch nicht vergangen. "Wir mögen diese Abend gegen gute Gegner und holen alles aus uns raus", sagte der deutsche Weltmeister in den Diensten von Real Madrid nach dem 3:1-Sieg im Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain. Gutgelaunt und dauergrinsend fügte der 28-Jährige in der Mixed Zone des Santiago Bernabéu hinzu: "Das ist unsere letzte Möglichkeit, einen Titel zu gewinnen, da werfen wir alles rein. Das werden wir in Paris wieder tun."

Die spanischen Medien feierten die Wiederauferstehung der in der Liga kriselnden und daher auch in der Champions-League fast totgesagten Königlichen. "Madrid ist gegen PSG wieder aufgelebt", titelte die Zeitung "El Periódico". Das Sportblatt "AS" sprach von einer "magischen Nacht", bei der die Spieler um Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der seine CL-Tore 100 und 101 im Real-Trikot erzielte, wie "eingesperrte Löwen" gekämpft hätten. Sergio Ramos genoss die "Abrechnung" mit den zuletzt sehr kritischen Medien sichtlich: "Ihr dürft uns eben niemals zu früh für tot erklären", tönte der Kapitän. Dabei sah es für die Hausherren lange Zeit nach einem Desaster aus - vor allem nach dem 0:1 durch Adrien Rabiot (33.). Als Kroos kurz vor dem Pausenpfiff im Strafraum zu Fall gebracht wurde und Ronaldo per Strafstoß den Ausgleich erzielte (45.), atmeten die 78 185 Zuschauer im ausverkauften Stadion erst einmal auf. Doch die Gäste kamen nach der Halbzeit noch stärker aus der Kabine. Kurz vor Schluss schien das Remis für Real sogar ein gutes Geschäft zu sein.

Doch dann war Ronaldo wieder mal zur Stelle. Der Portugiese hatte in der 83. Minute das Glück des Tüchtigen, als nach einer Flanke von Asensio Paris-Keeper Areola den Ball zur Mitte prallen ließ und das Leder von seinem linken Knie ins Netz flog. Der Mann, der vorige Saison Real fast im Alleingang zum zwölften CL-Titel schoss, ist mit 33 immer noch top. In sieben Königsklasseduellen traf er diese Saison schon elf Mal. Nebenbei baute er einen Rekord aus: Noch nie traf ein Spieler in den ersten sieben Partien je mindestens einmal. Drei Minuten nach dem 2:1 besiegelte Marcelo den Endstand.

Die Gäste haderten derweil mit dem Schicksal - und mit Gianlucca Rocchi. Der Schiedsrichter aus Italien habe "Madrid geholfen", sagte PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi. Trainer Unai Emery schlug in die gleiche Kerbe. Beklagt wurden unter anderem der Elfmeter gegen PSG ("Klare Sache, keine Diskussion", meint aber dazu Kroos) und ein Handspiel von Ramos im Real-Strafraum. Als "sehr, sehr unnötig" empfand der kurz vor Schluss eingewechselte Julian Draxler die Niederlage. "Wir hatten das Spiel über weite Strecken im Griff."

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