21.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Rebensburg nimmt ohne Medaille Abschied von Olympia Tränen und Enttäuschung

Pyeongchang. Lindsey Vonn zelebrierte eine tränenreiche Bronze-Show, Viktoria Rebensburg nahm ohne eine letzte Medaille ganz ungerührt von Olympia Abschied. Deutschlands beste Skirennfahrerin hatte nach ihrem blassen Schlussakt in Pyeongchang als Neunte in der Abfahrt längst ihre Sachen gepackt, da weinte der US-Alpinstar noch immer vor den TV-Kameras. Mal wegen ihres im Herbst gestorbenen Großvaters, mal wegen des nahen letzten Auftritts bei Winterspielen, mal wegen der Medaille, die eigentlich acht Jahre nach dem Triumph von Vancouver noch einmal aus Gold hätte sein sollen.

Viktoria Rebensburg blieb auch in der Abfahrt ohne Medaille. Sie hat angekündigt, dass es ihre letzten Winterspiele waren. Bild: Michael Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

Italiens erste Abfahrts-Olympiasiegerin Sofia Goggia und Ragnhild Mowinckel aus Norwegen waren in Südkorea bei besten Bedingungen indes noch schneller. "Aber ich bin auf dem Podium, also bin ich sehr glücklich", sagte Vonn und verwies auf den harten Kampf auf dem Weg nach Pyeongchang. Die Winterspiele vor vier Jahren in Sotschi musste sie wegen einer schweren Knieverletzung auf dem Sofa verfolgen, auch danach machten ihr größere und kleinere Blessuren das Skifahrerleben alles andere als leicht.

Mit dem Start in der auf Donnerstag vorverlegten Kombination gibt es für Vonn noch eine Olympia-Verlängerung mit Medaillen-Option. Rebensburg dagegen steigt vor dem Team-Event am Samstag ins Flugzeug und verlässt Olympische Winterspiele nach Riesenslalom-Gold 2010 und Bronze 2014 erstmals in ihrer Karriere ohne Edelmetall. "Natürlich ist es schade", bilanzierte die 28-Jährige nach den Plätzen vier (Riesenslalom), zehn (Super-G) und neun (Abfahrt). Weil es derzeit außer Rebensburg keine Deutsche mit Potenzial für Medaillen gibt, heißt das auch: Erstmals seit zwölf Jahren bleibt der Deutsche Skiverband bei Winterspielen ohne Damen-Einzelmedaille. "Die Vicky muss immer im Wind stehen, ganz alleine, deswegen ist das umso heftiger für sie", sagte Alpinchef Wolfgang Maier, meinte aber auch: "Bei Olympischen Spielen, wenn es nur um Medaillen geht, war es dann doch nicht das, was man sich insgeheim erwartet hat."

Rebensburg will bei den Spielen in Peking 2022 gar nicht mehr am Start stehen. Dabei wäre sie mit dann 32 Jahren jünger als Vonn heute ist. Maier jedenfalls glaubt auch noch nicht an einen endgültigen Olympia-Abschied seiner besten Fahrerin. "Ich glaube, da ist das letzte Wort noch überhaupt nicht gesprochen."

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