Rydzek Zweiter, Frenzel Neunter
Die deutschen nicht mehr das Maß der Dinge

Nach dem Springen lag Johannes Rydzek auf Rang sechs, am Ende wurde er Zweiter. Bild: M. Facchini/dpa

Val di Fiemme. Johannes Rydzek schob die Skispitze mit letzter Kraft über die Ziellinie und war nach Platz zwei im Sonnenschein von Val di Fiemme erleichtert. Zwar haben die deutschen Nordischen Kombinierer am Freitag zum Jahresauftakt den erhofften dritten Weltcup-Sieg in Serie verpasst, in Rydzek aber erneut einen Athleten aufs Podest gebracht. Der Vierfach-Weltmeister musste sich nach einem Sprung von der großen Schanze und einem 10-Kilometer-Lauf nur dem Norweger Jörgen Graabak geschlagen geben, der mit 18 Sekunden Vorsprung siegte. Rang zwei sicherte sich Rydzek mit gerade einmal 0,1 Sekunden vor dem Österreicher Lukas Klapfer.

"Wir sind mit gemischten Gefühlen in dieses Rennen gegangen. Eigentlich bin ich mit dem Ausgang sehr zufrieden", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Hinter Rydzek, der auch im Gesamtweltcup bester Deutscher ist, landeten noch Fabian Rießle (7.) und Eric Frenzel (9.) vier Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang in den Top Ten. "Für den Einstieg ist es ganz gut. Jetzt hoffen wir, dass wir uns für die weiteren beiden Wettkämpfe gut erholen können", sagte Weinbuch.

In Val di Fiemme, dem WM-Ort von 2013, zeigte sich einmal mehr das Bild, das in diesem Winter schon öfter zu beobachten war: Die deutschen Kombinierer sind nicht mehr das Maß der Dinge wie in den Vorjahren, sondern sie müssen sich jeden Podestplatz hart erarbeiten. Dreifacherfolge wie früher sind zur Ausnahme geworden, in sieben Einzel-Rennen in diesem Winter gab es noch keinen einzigen. Die starken Norweger um Sieger Graabak, den Weltcup-Gesamtführenden Jan Schmid und Espen Andersen sind nicht nur im Einzel ebenbürtige Konkurrenten, sondern können das DSV-Team auch in Pyeongchang um Team-Gold ernsthaft herausfordern.

Nach der witterungsbedingten Absage des Weltcups im estnischen Otepää in der Vorwoche erfasste die Kombinierer ein Magen-Darm-Virus. "Mit der Vorgeschichte müssen wir halt schauen, wie unsere Athleten der Belastung von drei Rennen in drei Tagen standhalten", sagte Weinbuch bereits vor den Wettkämpfen.
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