Schnellstes Tor der Bundesliga-Geschichte - Klopp nach 0:2 zerknirscht
Nun ist Bellarabi berühmt

Keine zehn Sekunden waren in Dortmund gespielt, da traf Karim Bellarabi für Bayer 04 Leverkusen zur 1:0-Führung. Es war der schnellste Treffer in der Bundesliga-Geschichte. Bild: dpa

Vom Tor-Schock nach neun Sekunden hat sich Borussia Dortmund den ganzen Abend nicht mehr richtig erholt. "Das frühe Gegentor hat unser Spiel dramatisch beeinflusst", analysierte Jürgen Klopp. Der BVB-Trainer fand nach der 0:2 (0:1)-Auftaktpleite gegen Bayer Leverkusen im Topspiel am Samstagabend "keine Erklärung" für das schnellste Tor der Bundesliga-Historie durch Karim Bellarabi.

"Wenn du so schnell zurückliegst, tut das richtig weh. Erst nach 15, 20 Minuten wurde es ein wenig besser. Leverkusen hat seinen Plan voll durchgezogen. Wir hatten auch in der zweiten Hälfte keinen richtigen Abschluss", befand Klopp nach 95 intensiven Minuten und dem verdienten Bayer-Erfolg.

Vom Anpfiff weg brauchte das Bayer-"Überfallkommando" nur vier Stationen, bis der Ball im Tor vor der Südtribüne des mit 80 667 Fans ausverkauften Signal-Iduna-Parks lag. Neuzugang Hakan Calhanoglu passte nach dem Abstoß zu Heung-Min Son, der den Ball zu Sebastian Boenisch weiterleitete. Der Linksverteidiger setzte Bellarabi ein, der nach einem Haken mit der Fußspitze ins kurze Eck des von Mitch Langerak gehüteten Tores traf. Den Rekord des schnellsten Tores in 51 Erstliga-Spielzeiten hielten bislang gemeinsam Giovane Elber (Bayern München/1998), Ulf Kirsten (Leverkusen/2002) und Paul Freier (VfL Bochum/2003), die jeweils elf Sekunden benötigten.

Dass sein Team das Blitztor zugelassen hatte, nahm Klopp selbstkritisch auf seine Kappe. "Das war so offensichtlich schlecht, das können die Jungs nicht alleine verbockt haben", meinte der BVB-Coach. "Dass wir nicht sofort wach waren - den Schuh ziehe ich mir an. Und ich muss überlegen, woran das lag." Dabei sei die neue Bayer-Spielweise mit dem extremen Pressing und überfallartigen Angriffen unter Trainer-Novize Roger Schmidt ja keine Überraschung gewesen, meinte Klopp. Dennoch ließ sich die Borussia übertölpeln.

Bis zum 2:0 durch Stefan Kießling nach einem Konter in den Schlusssekunden der Nachspielzeit vergingen weitere 94 Minuten, in denen sich der BVB gegen die stabile Bayer-Defensive kaum ernsthafte Torchancen erarbeitete. Torhüter Bernd Leno musste erst am Ende zwei, dreimal eingreifen. "Man freut sich natürlich, wenn man dann noch das 2:0 macht", sagte Kießling zum endgültigen BVB-K.o.: "Das Spiel war sehr intensiv, und ich musste ziemlich auf die Zähne beißen."

Bayer-Coach Schmidt freute sich über sein perfektes Bundesliga-Debüt. "Das Spiel hätte man sich nicht schöner malen können. Einen besseren Einstand kann man sich gar nicht wünschen", meinte der 47-Jährige.
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