27.02.2018 - 22:24 Uhr
Deutschland & Welt

Schock nach Coman-Verletzung FC Bayern hofft jetzt auf "Rib & Rob"

Der Luxus währt nur kurz. Nach der Verletzung von Kingsley Coman fehlt dem FC Bayern ein wichtiger Tempodribbler. Speziell Franck Ribéry ist jetzt gefordert, zusammen mit Arjen Robben will der Oldie wie im Triple-Jahr wirbeln. Damals spielte auch eine schwere Verletzung eine Rolle.

Der FC Bayern muss mehrere Wochen auf Kingsley Coman (links) verzichten. Der Franzose, hier im Zweikampf mit dem Berliner Mathew Leckie, erlitt am Samstag im Spiel gegen Hertha BSC einen Riss des Syndesmosebandes am linken Sprunggelenk und musste operiert werden. Bild: Matthias Balk/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Nach dem Verletzungsschock um Kingsley Coman wird Franck Ribéry beim FC Bayern München zeigen müssen, wozu er auch mit fast 35 Jahren noch fähig ist. Wochenlang fällt der 21-jährige Coman nach einer Operation wegen des gerissenen Syndesmosebandes am linken Sprunggelenk aus. Der in der Champions-League zuletzt nur als Vertreter aufgebotene Oldie Ribéry steht plötzlich wieder im Rampenlicht. Dagegen muss Coman sogar um seine WM-Chancen in der mit vielen Offensivkönnern besetzten Équipe Tricolore bangen.

Flügelzange

Ribéry links, Robben rechts - die Flügelzange glorreicher Spielzeiten wie im Triple-Jahr 2013 könnte jetzt doch noch einmal mehr gefordert sein. "Wir werden noch viel Freude an ihnen haben. Ich weiß, dass diese Spieler noch ganz wichtig sind", sagte Trainer Jupp Heynckes bereits vor der Coman-Blessur. Der 72-Jährige hatte wohl schon am Samstag nach dem 0:0 gegen Hertha BSC Schlimmeres bei Coman geahnt, wenngleich spontan eine teilweise Entwarnung übermittelt worden war. Coman fällt nun doch lange aus, Nationaltorhüter Manuel Neuer fehlt immer noch, dazu ist James Rodríguez angeschlagen - der Luxus eines fast kompletten Bayern-Kaders ist für Heynckes erst einmal vorbei.

Für das Viertelfinale der Champions-League in der ersten April-Hälfte können die Münchner garantiert nicht mit Coman planen. Höchstens im Saisonendspurt wird der junge Franzose noch einmal eingreifen können. Dabei war der 2015 verpflichtete Turbodribbler in dieser Spielzeit so stark wie nie beim Rekordmeister. "Coman hat sich prächtig entwickelt", lobte Heynckes. Über die Qualitäten des bereits seit 2007 für die Münchner wirbelnden Ribéry brauchte er nicht lange zu referieren: "Über Francks Stärken zu reden, ist überflüssig."

Die Statistiken sehen Coman in dieser Saison leicht im Vorteil. Beim 5:0 gegen Besiktas Istanbul stand er in der Startelf und schoss ein Tor. "Eine Momentaufnahme" sei das gewesen, sagte Heynckes, als neben Ribéry auch Robben erst als Joker für den verletzten James ran durfte. Man dürfe Robben und Ribéry nie unterschätzen, betonte der Bayern-Coach. Im Triple-Jahr 2013 seien beide mitentscheidend für den ganz großen Erfolg gewesen, erinnerte Heynckes.

Doch können "Rib & Rob" das auch fünf Jahre später noch? Zwei große Karrieren neigen sich dem Ende zu, die beiden 34-Jährigen kämpfen aktuell auch um eine Verlängerung der auslaufenden Verträge. Mit Toren, Tricks und Tempo, vor allem bei den großen internationalen Aufgaben, wollen sie Eigenwerbung betreiben. "Ab April kommen die Spiele - dann musst du da sein", sagte Robben, der seit 2009 für Bayern stürmt.

So bitter Comans Ausfall für die Bayern ist, auch im Triple-Jahr ließen sich die Münchner von einer schwerwiegenden Verletzung nicht stoppen. Toni Kroos erlitt seinerzeit im Viertelfinal-Hinspiel gegen Juventus Turin einen Muskelbündelriss. Nach seinem Aus kam Robben zurück in die Startelf. Und der Holländer war es, der im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund in der 89. Minute das 2:1-Siegtor erzielte.

Coman hat sich prächtig entwickelt.Bayern-Trainer Jupp Heynckes

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