06.09.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Schweizer wehrt gegen Monfils zwei Matchbälle ab - Wozniacki im Finale Und Federer jubelt doch

Mit einem langgezogenen "Yeeeeeees"-Schrei feierte Roger Federer seine sagenhafte Aufholjagd. Noch nie hat der langjährige Herrscher über das Herren-Tennis bei einem Grand-Slam-Turnier einen Matchball abgewehrt und danach noch gewonnen.

Der ganze Frust, die ganze Erleichterung - alles musste raus. Roger Federer ist gefühlt eine halbe Ewigkeit mit an der Spitze der Weltrangliste. Und doch kann er sich noch immer riesig freuen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Noch nie bis zu diesem denkwürdigen US-Open-Viertelfinale am 4. September 2014 gegen den französischen Artisten Gaël Monfils. Es war gegen 23 Uhr am Donnerstagabend, als der 33 Jahre alte Schweizer auf die Anzeigetafel blickte und in Gedanken schon die Pressekonferenz des Verlierers durchspielte.

4:6, 3:6, 6:4, 4:5 und 15:40 lag der fünfmalige US-Open-Champion zurück. Zwei Matchbälle für Monfils. "In dem Moment dachte ich nur: Geh wenigstens kämpfend unter", sagte Federer später. Wieder nix mit dem 18. Grand-Slam-Titel, wieder ein sportlicher Rückschlag für den doppelten Zwillingsvater, wieder eine vertane Chance. "Das ist ein sehr frustrierender Moment. Das ist nicht lustig, weil du so kurz davor stehst, den Platz verlassen zu müssen, den Kopf hängen zu lassen, eine Dusche zu nehmen und die Fragen zu beantworten, was so nervig ist, wenn du verloren hast", sagte Federer, als er eine halbe Stunde nach Mitternacht in den Katakomben des Arthur-Ashe-Stadiums von New York vor die Journalisten trat. Als Sieger. Als Halbfinalist.

Der Anfang vom Ende

Beim ersten Matchball wagte der 17-malige Grand-Slam-Champion bei eigenem Aufschlag einen Ausflug ans Netz, und der Passierschlag seines 28 Jahre alten Kontrahenten landete im Aus. Den Punkt zum 40:40 machte Federer mit einem Vorhand-Winner. Was auch immer sich in diesem Moment in den Köpfen der beiden Protagonisten abspielte - für Federer war es die Initialzündung, für Monfils der Anfang vom Ende. Zum neunten Mal drehte der einstige Maestro eine Partie noch nach einem 0:2-Satzrückstand, zum neunten Mal steht er jetzt im Halbfinale der US Open. Dort trifft Federer am Samstag auf den Kroaten Marin Cilic.

Peng im Rollstuhl

Einen Schritt weiter ist schon Caroline Wozniacki: Fünf Jahre nach ihrem bislang einzigen Grand-Slam-Finale hat die frühere Weltranglisten-Erste wieder das Endspiel der US Open erreicht. Die 24 Jahre alte Dänin profitierte am Freitag bei einer 7:6, 4:3-Führung von der Aufgabe der ungesetzten Chinesin Peng Shuai. "Es tut mir leid für sie. Sie hat sehr gut gespielt. Ich hätte natürlich gerne zu Ende gespielt", sagte Wozniacki, nachdem ihre Gegnerin unter Tränen in einem Rollstuhl vom Platz gefahren wurde. Schon zuvor hatte sie sich immer wieder das Knie gehalten und eine Auszeit genommen.

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