09.07.2017 - 22:04 Uhr
Sport

Schwerer Sturz überschattet 9. Tour-Etappe Schock statt Siegesfreude

Ein schlimmer Sturz des Australiers Richie Porte bei Tempo 80 schockt die Tour de France. Auch sonst überschlagen sich auf der Königsetappe die Ereignisse. Der Italiener Aru erweist sich als unfairer Fahrer, Titelverteidiger Froome hat trotzdem alles im Griff.

Rigoberto Uran (rechts) gewann die neunte Etappe der Tour de France. Zum Feiern war aufgrund des schweren Sturzes von Richie Porte im Ziel aber niemandem zumute. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Chambéry. Kaum hatte Chris Froome die hochdramatische Königsetappe der Tour de France als heimlicher Sieger beendet, waren die Gedanken bei seinem schwer gestürzten Freund Richie Porte. "Ich fühle mich sehr, sehr schlecht. Es tut mir weh, das zu sehen. Ich hoffe, dass es ihm schnell besser geht", sagte der dreimalige Gesamtsieger und war den Tränen nahe. Ein Horrorsturz von Mitfavorit Porte - einst Edelhelfer des am Sonntag drittplatzierten Froome - bei Tempo 80 hatte die neunte Etappe überschattet. Der Australier kam auf der rasenden Abfahrt vom Mont du Chat von der Straße ab, überschlug sich und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung.

Ins Krankenhaus

Erst nach bangen Minuten kam von der Tour-Ärztin eine Teil-Entwarnung. "Er ist bei Bewusstsein und konnte direkt nach dem Unfall mit uns sprechen", sagte Florence Pommerie. Doch die Bilder ließen Froome und den Zuschauern den Atem stocken. Nach dem schlimmen Sturz eilten sofort Rettungskräfte herbei und stabilisierten seine Halswirbelsäule. Im Krankenhaus stellten die Ärzte dann einen Bruch des Beckens und des Schlüsselbeins fest.

Der Sturz von Porte ließ auch den fiesen Angriff von Fabio Aru auf Froome zur Nebensache werden. Bei einem mechanischen Defekt des Briten blies er sofort zur Attacke - eine grobe Unsportlichkeit, für die er keine Mitstreiter fand. Von seinem Team wurde er zurückgepfiffen, wütend schlug er auf den Lenker. "Ich danke den Fahrern, die das Tempo rausgenommen haben. Das ist Sport und schön zu sehen", sagte Froome diplomatisch. Aru spielte im Ziel den Unschuldigen: "Ich hatte nicht gesehen, dass Froome einen Defekt hat. Ich wollte sowieso attackieren."

Sieg für Uran

Nach der Kletterpartie über 4600 Höhenmeter und drei Berge der höchsten Kategorie ist Aru als größter Froome-Rivale übrig geblieben. 18 Sekunden beträgt der Rückstand des Italieners auf den Spitzenreiter. Auch der französische Vorjahreszweite Romain Bardet stellt mit 51 Sekunden Rückstand im Gesamtklassement noch eine Gefahr dar.

Den Sieg von Nantua nach Chambéry holte sich der Kolumbianer Rigoberto Uran im Foto-Finish vor dem Franzosen Warren Barguil. Froome belegte den dritten Platz. Dabei musste er den Verlust von Edelhelfer Geraint Thomas in Kauf nehmen. Der Auftaktsieger stürzte und brach sich das Schlüsselbein.

Ich fühle mich sehr, sehr schlecht. Es tut mir weh, das zu sehen.Chris Froome über den Sturz von Richie Port
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp