18.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Skeletonpilotin hat mit Medaille die Zukunft ihrer Sportart abgesichert Lölling feiert Silber-Sause

Pyeongchang. Die innige Umarmung mit ihren Eltern rührte Jacqueline Lölling zu Tränen, beim Rappen und Tanzen bis in den frühen Morgenstunden fiel der ganze Druck von der Skeleton-Queen ab. Auch dabei zeigte die sonst bäuchlings mit über 100 Stundenkilometern den Eiskanal hinunter rasende Silbermedaillen-Gewinnerin eine überzeugende Performance.

von Agentur DPAProfil

Nur etwas besser auf der Bühne im Deutschen Haus waren am Sonntagfrüh lediglich ihre Tanzpartner Tobias Arlt, viermaliger Rodel-Olympiasieger, und Freestyle-Bundestrainer Michael Dammert. "Jetzt kann man endlich feiern und alles rauslassen. Ich hatte meine Familie nur kurz aus der Ferne an der Bahn gesehen, aber jetzt war es genau zum richtigen Zeitpunkt", sagte Lölling schluchzend.

Die 23-Jährige von der RSG Hochsauerland konnte die ausgelassene Party nach dem wohl spannendsten Rennen mit vier Läufen in der erst 16-jährigen Olympia-Geschichte gut gebrauchen. "Das war bis zur letzten Sekunde Nervenkrieg", meinte Lölling. Nach vier Läufen lag die Weltmeisterin aus Brachbach 0,45 Sekunden hinter der Britin Lizzy Yarnold, die ihren Olympia-Coup von Sotschi 2014 wiederholte, und vor deren Teamkollegin Laura Deas.

Gegnerin getröstet

Die vor dem Final-Durchgang führende Österreicherin Janine Flock fiel noch auf Platz vier zurück und wurde von Lölling spontan getröstet. Ex-Weltmeisterin Tina Hermann aus Königssee und Anna Fernstädt komplettierten mit den Plätzen fünf und sechs das starke deutsche Abschneiden. "Das war für megawichtig für unsere Sportart. Nach Sotschi haben wir an allen Schrauben und Rädern gedreht, um das zu schaffen. Aber ich habe das nicht allein gestemmt, da steht ein Riesenteam dahinter", sagte Lölling. Auch der Vorstandsvorsitzende Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) atmete auf. "Es freut mich für das Trainerteam um Jens Müller. Wäre diese Teamleistung von den Mädels hier ausgeblieben, hätten wir die Förderung für den nächsten Olympia-Zyklus wohl aus eigenen Mitteln bezahlen müssen", sagte Schwab.

"Ich fahre auf jeden Fall noch weiter", sagte Lölling. Das Olympia-Gold fehlt noch in ihrer Sammlung. Sie war nach vier Siegen in acht Weltcuprennen in dieser Saison und dem Gewinn des Gesamt-Weltcups die Topfavoritin.

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