Skispringen
Drittes Springen vom Winde verweht

Der skeptische Blick von Renndirektor Walter Hofer spricht Bände: Die Windfahne flatterte beim Skispringen in Innsbruck ununterbrochen. Nur ein Durchgang schaffte es in die Wertung, für einen zweiten wurde die Zeit zu knapp. Bild: dpa

Innsbruck. Markus Eisenbichler winkte frustriert ab, als seine Tournee-Hoffnungen beim Chaos-Springen am stürmischen Bergisel zerschellt waren. Der 29. Platz beim nach einem Durchgang wegen zu starken Windes und einbrechender Dunkelheit abgebrochenen Wettbewerb in Innsbruck verdarb der bayerischen Frohnatur gründlich die Laune. Alle Chancen auf eine Podestplatzierung im Gesamtklassement sind dahin. "Es war einfach windig und ist heute nicht wie erhofft gelaufen", kommentierte Eisenbichler seinen Absturz.

Vor dem Finale am Freitag in Bischofshofen fiel der Bayer in der Tourneewertung mit mehr als 41 Punkten Rückstand auf Tagessieger Daniel Andre Tande auf Rang sechs zurück. Der Norweger verwies mit einem Satz auf 128,5 Meter seinen Landsmann Robert Johansson und den Russen Jewgeni Klimow auf die Plätze.

Genervter Schuster

"Markus ist schon sehr enttäuscht", berichtete ein von der Windlotterie sichtlich genervter Bundestrainer Werner Schuster nach Eisenbichlers Hüpfer auf 112 Meter. Eine Mitschuld daran gab Schuster der Jury: "Es war ein bisschen sonderbar, dass Markus und auch Stefan Kraft abgewunken wurden. Ich hätte mir gewünscht, dass man auf die besten Springer besser aufpasst und stabile Verhältnisse abwartet."

In der Gesamtwertung löste Tande den Polen Kamil Stoch, der Vierter wurde, mit 710,3 Punkten als Spitzenreiter ab. Allerdings fährt Stoch, der im Probedurchgang stürzte, lediglich mit 1,7 Punkten Rückstand ins Salzburger Land. Der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Kraft kam nur auf Rang 18 und muss im Kampf um seinen zweiten Tournee-Triumph nach 2015 als Gesamtdritter mit 16,6 Zählern Rückstand auf ein Skisprung-Wunder hoffen. Stephan Leyhe trotzte den widrigen Bedingungen und belegte mit 120,5 Metern Rang elf.

Freund/Hayböck krank

Schon vor dem stürmischen Wettbewerb gab es großen Wirbel im Springerlager. Erst reiste Weltmeister Severin Freund am Dienstagabend wegen eines grippalen Infekts vorzeitig ab, dann musste auch der Halbzeit-Sechste Michael Hayböck aus Österreich aufgrund einer Virusinfektion passen. Das K.-o.-Duell der beiden Schanzenasse wurde ersatzlos gestrichen.

Ergebnisse

3. Springen in Innsbruck

Herren, Großschanze: 1. Daniel-André Tande (Norwegen) 125,7 Pkt.); 2. Robert Johansson (Norwegen) 123,1; 3. Jewgeni Klimow (Russland) 119,1; 4. Kamil Stoch (Polen) 117,4; 5. Andreas Stjernen (Norwegen) 117,1 ... 11. Stephan Leyhe (Willingen) 113,0 ... 13. Andreas Wellinger (Ruhpolding) 110,7 ... 15. Karl Geiger (Oberstdorf) 110,0 ... 28. Richard Freitag (Aue) 97,6 ... 29. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) 97,0

Weltcup-Gesamt: 1. Tande 632 Pkt.; 2. Domen Prevc (Slowenien) 596; 3. Kamil Stoch (Polen) 533; 4. Stefan Kraft (Österreich) 504 ... 7. Eisenbichler 361 ... 9. Severin Freund (Rastbüchl) 309. Vierschanzentournee-Gesamt: 1. Tande 710,3 Pkt.; 2. Stoch 708,6; 3. Kraft 693,7; 4. Piotr Zyla (Polen) 686,7; 5. Manuel Fettner (Österreich) 671,1; 6. Eisenbichler 669,0 ... 8. Leyhe 651,2
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