19.02.2018 - 21:22 Uhr
Deutschland & Welt

Snowboard Volles Risiko bei Big Air

Moderne trifft Tradition - der erste olympische Wettbewerb im Big Air findet auf dem Gegenhang des Skisprungstadions statt. Der spektakuläre Wettbewerb zeigt, wohin sich Olympia in Zukunft bewegt.

von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Snowboarderin Anna Gasser rückte sich den blauen Helm zurecht und lächelt. Zweieinhalb Mal hatte sie sich in der Luft um die eigene Querachse gedreht, ist sicher gelandet und hatte ihre olympische Premiere im Wettbewerb Big Air glänzend gemeistert. Am Freitag (1.30 Uhr MEZ) geht es für die siebenmalige Weltmeisterin um Gold.

Zu den ersten Gratulanten der 26-jährigen Kärntnerin zählte ihr österreichischer Landsmann Walter Hofer (62), seit vielen Jahren als Renndirektor ein bekanntes Gesicht des Skispringens. Beim Big Air in Pyeongchang trifft die Moderne die Tradition des Wintersports. Auch der Schauplatz verbindet das Althergebrachte mit dem Neuen. Der spektakuläre Wettbewerb findet auf dem Gegenhang des olympischen Skisprungstadions statt. Auf der einen Seite landete abends Andreas Wellinger, auf der anderen morgens Anna Gasser.

Von einer 49 Meter hohen Stahlrohrschanze stürzen sich die Snowboarder beim Big Air in die Tiefe, schießen über eine knapp fünf Meter hohe Rampe, vollbringen während eines bis zu 30 Meter weiten Flugs waghalsige Kunststücke und landen sicher auf dem Aufsprunghügel - im Optimalfall. Denn Stürze gehören zum Alltag.

"Für mich ist das Gladiatoren-Snowboarden. Du stehst da oben und dann heißt es: friss oder stirb", hatte die Münchner Snowboarderin Silvia Mittermüller im Vorfeld über diesen Wettbewerb gesagt. "Das Größte, was man bei so einem Event feiern kann, ist, wenn es einem danach noch gut geht, nichts kaputt ist und man hinterher lachen kann. Gerade als Frau muss man die Zähne zusammenbeißen." Mittermüller musste indes ihren Olympia-Trip nach einer im Slopestyle-Training erlittenen Knieverletzung abbrechen und auf den Start im Big Air verzichten.

Big Air feiert wie Curling-Mixed sowie die Teamwettbewerbe im Eisschnelllauf und im alpinen Skisport in Südkorea olympische Premiere. Anders als die anderen Snowboard-Wettbewerbe, die im etwas abgelegenen Phoenix Snow Park stattfinden, will Big Air das Zentrum der Spiele erobern.

Rund 3000 Zuschauer waren am Montagmorgen zur Premiere gekommen. Vor allem japanische Fans machten sich bei den Sprüngen ihrer Lieblinge bemerkbar. Ansonsten war jedoch nicht viel von Party-Stimmung zu spüren. Deutsche Athletinnen fehlen im Feld. Immerhin hat in Dirk Scheumann aus Durach im Allgäu ein Deutscher den Kurs gestaltet.

Für mich ist das Gladiatoren-Snowboarden.Snowboarderin Silvia Mittermüller über Big Air

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