18.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Spektakuläre Zieldurchfahrt von Nico Walther im Zweierbob Trotz Sturz auf Goldkurs

Pyeongchang. Trotz eines Crashs bei der Zieldurchfahrt hat Zweierbob-Pilot Nico Walther zur Halbzeit der olympischen Rennen in Pyeongchang Kurs auf Gold genommen. Mit seinem Anschieber Christian Poser lag er nach den ersten beiden von vier Läufen am Sonntag eine Zehntelsekunde vor dem Kanadier Justin Kripps. Walther und Poser waren im zweiten Durchgang im Zielbereich mit ihrem Schlitten umgekippt, blieben aber unverletzt.

Schrecksekunde bei der Zieleinfahrt: Bobpilot Nico Walther und Anschieber Christian Poser stürzen. Bild: Michael Soh/dpa
von Agentur DPAProfil

"Ich wollte ein bisschen Weg sparen, da ist es eben passiert. Ich hatte mich richtig erschrocken, als ich hörte, wir führen. Es war wie ein Adrenalinausstoß", sagte der Oberbärenburger, den der Sturz ansonsten nicht beeindruckte. "Wir wollen morgen zweimal gut Bob fahren und mal sehen, zu was es reicht. Selbst Bronze wäre ein gigantischer Erfolg."

Auch Johannes Lochner mit Christopher Weber und der viermalige Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich mit Thorsten Margis als Fünfter haben noch gute Medaillenchancen. Der nach dem ersten Durchgang führende Lette Oskars Melbardis fiel im zweiten Lauf auf Rang vier zurück. Die Entscheidung fällt am Montag (12.15 Uhr MEZ) in den Durchgängen drei und vier. Die deutschen Bobpiloten waren 2014 in Sotschi erstmals seit 50 Jahren ohne Medaille geblieben. Der Südkoreanter Won Yun Jong, der mit Startnummer 30 Lospech hatte, kam nur auf Platz neun. Auffällig: die Eismeister der Bahn kühlten für den Weltcup-Gesamtsieger von 2015 - anders als beim Training (-8 Grad) - die Bahn auf minus 13 Grad Celsius herunter. Zudem verkürzten sie die sonst 50 Meter lange Startspur um zwei Meter und ließen während der Trainingsläufe die Sonnensegel runter. Damit war die internationale Konkurrenz in ihrer Sicht durch das Kurvenlabyrinth behindert.

Won, der vom kanadischen Trainer Pierre Lueders betreut wird, fuhr in diesem Winter nur drei Weltcups und trainierte sonst komplett in Pyeongchang. Die Trainingsläufe vor dem Rennen ließ er fast komplett aus.

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