Spieler und Funktionäre des FC Bayern freuen sich auf das Traumfinale gegen Dortmund
"Jetzt muss natürlich der Pott her"

Thomas Müller als Stimmungsmacher: Nach dem Einzug ins Champions-League-Finale kannte der Jubel der Bayern-Spieler keine Grenzen. Bild: dpa

Ein Bierchen im Final-T-Shirt "Wembley 2013" gönnten sich die Super-Bayern - die überschäumende Schampus-Sause aber wird es nur mit dem Henkelpott geben. Erst die Krönung zu Europas neuen Fußball-Königen im ersten deutschen Champions-League-Endspiel gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund könnte die Party-Bremse beim FC Bayern lösen. Nach der Wachablösung in Barcelona will der deutsche Rekordmeister nun das ganz große Ding drehen.

"Jetzt muss natürlich auch der Pott her, ganz klar", verkündete Kapitän Philipp Lahm. Müde oder gar verkatert sahen die Halbfinal-Helden nicht aus, als sie nach der Lehrstunde eines Champions beim 3:0 im Camp Nou am Donnerstag in den Flieger Richtung Heimat stiegen. Nach den bitteren Finalpleiten 2010 und 2012 will Lahm am 25. Mai im Londoner Wembleystadion beim dritten Anlauf endlich die wertvollste Vereinstrophäe entgegennehmen.

Und das in einem "Traumfinale", wie Jupp Heynckes das deutsche Giganten-Treffen nannte. Er könnte der dritte Trainer werden, der zum zweiten Mal die Champions-League gewinnt, nachdem es ihm vor 15 Jahren mit Real Madrid gelungen war. Zwei Mal schafften es bislang nur Ottmar Hitzfeld (Dortmund 1997/Bayern 2001) und José Mourinho (FC Porto 2004/Inter Mailand 2010).

"Wir haben den Hunger, den Ehrgeiz und die Motivation, die Saison zu krönen", erklärte Heynckes zu den Endspielen in Wembley sowie im Berliner Olympiastadion gegen den VfB Stuttgart. Das Pokalfinale am 1. Juni könnte sein letztes Spiel sein. Er selbst gibt immer klarere Zeichen für den erwarteten Rückzug im Sommer. Die Frage nach einer möglichen Rückkehr zu Real Madrid ließ tief blicken: "Ich werde am 9. Mai 68 Jahre alt", antwortete er am Mittwochabend in Barcelona auf spanisch: "Ich bin dann 50 Jahre im Profi-Fußball als Spieler und Trainer, und ich glaube, eines Tages musst du darüber nachdenken, ja, es ist genug." Am Morgen danach wich er wieder aus. Es sei jetzt "nicht der Zeitpunkt" für Zukunftsfragen: "Wir haben noch zwei Riesenherausforderungen."

"Wir packen das"

"Ich möchte heute Abend gar keine Kampfansage losschicken Richtung Dortmund - dafür sind wir viel zu stilvoll", verkündete Karl-Heinz Rummenigge in seiner Saalrede beim Mitternachtsbankett im Teamhotel. Dem "verschworenen Haufen" um Lahm mit "unserem Freund Jupp" an der Spitze traut Vorstandschef Rummenigge sogar zu, die "ganz große Beckenbauer-Müller-Zeit" aus den 70er-Jahren zu toppen - mit Triumphen über Dortmund und Stuttgart. "Diese Mannschaft kann die Geschichtsbücher des FC Bayern neu schreiben", sagte Rummenigge mit Blick auf das mögliche Titel-Triple: "Ich bin überzeugt, wir packen das!"

Historische Dimension

Die Halbfinal-Fiesta gegen Barcelona war eine Ansage. "Wir haben insgesamt 7:0 gegen Barça gewonnen, das ist nicht so oft passiert im letzten Jahrhundert", umriss Thomas Müller die historische Dimension. Arjen Robben (48.) Gerard Piqué (72./Eigentor) und Müller selbst (76.) ließen auf das 4:0 in München eine weitere 3:0-Demontage im Camp Nou folgen. "Man sieht unsere Entwicklung mit den Jahren. Wir können so eine Top-Mannschaft beherrschen", erklärte Lahm stolz.
Die gedemütigten Barça-Stars erkannten die Übermacht der neuen Fußballmacht FC Bayern uneingeschränkt an. Auch das schmerzhafte Fehlen von Weltfußballer Lionel Messi mochte der spanische Welt- und Europameister Piqué nicht als Ausrede anführen: "Ohne Messi ist es nicht das Gleiche, aber auch mit ihm wäre das Ergebnis das gleiche gewesen." Sandro Rosell, Barcelonas Präsident, ernannte die Bayern zur "stärksten Mannschaft Europas" und zum Endspiel-Favoriten. Heynckes warnt aber: "In einem Champions-League-Finale gibt es keinen Favoriten."
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