Sportwelt regiert empört auf Terroranschlag - Marathonläufe in London und Hamburg am Sonntag
Sicherheit kann nicht perfekt sein

Teilnehmer des Boston-Marathons kauern am Straßenrand und verstehen die Welt nicht mehr. Der Bombenanschlag auf ein friedliches Sportfest hat weltweit Trauer und Empörung ausgelöst. Bild: dpa

Nach dem Bombenanschlag auf den Marathon in Boston ist die Welt des Sports geschockt und empört. "Dieser abscheuliche und feige Angriff ist nicht nur ein Gewaltakt gegen unschuldige Zivilisten, sondern auch gegen die Werte des Sports, der Verständnis und Freundschaften fördert", sagte der deutsche UN-Sonderbeauftragte für Sport, Willi Lemke, am Dienstag.

Die Organisatoren der Marathons in London und Berlin, der Leichtathletik-WM in Moskau oder der Olympischen Spiele 2016 in Rio kündigten eine Überprüfung ihrer Sicherheitskonzepte an.

"Wir sind tieftraurig und geschockt von den Nachrichten aus Boston", erklärte Nick Bigel, Cheforganisator des Marathons, der am Sonntag in London stattfindet. Es sei ein "sehr trauriger Tag für die Leichtathletik und unsere Freunde vom Marathonlauf". Das Rennen über 42,195 Kilometer im Zentrum der Olympia-Stadt von 2012, bei dem eine halbe Millionen Zuschauer erwartet werden, werde aber wie geplant stattfinden. Prinz Harry wird trotz der veränderten Sicherheitslage die Siegerehrungen vornehmen, hieß es am Dienstag vom Palast.

Am Sonntag wird neben London auch Hamburg Schauplatz eines großen Marathons sein. Trotz der Anschläge soll es keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen geben. "Für Veranstaltungen wie diese haben wir generell ein hohes Sicherheitsniveau, daran ändert sich nichts", sagte ein Sprecher der Hamburger Polizei. 400 Beamte seien im Einsatz, um die Strecke zu schützen und den Verkehr umzuleiten. Zu dem Marathon haben sich rund 15 300 Läufer angemeldet.

Nachdenken in Berlin

Dagegen wollen die Veranstalter in Berlin, wo am 29. September der größte deutsche Marathon mit rund 40 000 Teilnehmern gestartet wird, Konsequenzen ziehen. "Wir müssen erörtern und die Information bekommen, was jetzt wirklich in Boston passiert ist", sagte Renndirektor Mark Milde. Der Anschlag in Boston sei nun im Hinterkopf der Organisatoren. "Allerdings kann man natürlich nicht eine komplette Strecke von 42 Kilometern absichern."

Mit Betroffenheit reagierte IOC-Präsident Jacques Rogge auf den Anschlag. "Meine Gedanken und die der olympischen Bewegung sind bei den Opfern, deren Freunden und Familien", erklärte der belgische Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verurteilte die Angriffe. "Wir verurteilen mit Abscheu diesen heimtückischen Anschlag auf ein friedliches Sportereignis", twitterte DOSB-Präsident Thomas Bach. DLV-Präsident Clemens Prokop zeigte sich ebenfalls entsetzt. "Das ist ein perverser Anschlag", sagte der Vorsitzende des mitgliederstärksten Leichtathletik-Verbandes der Welt.

"Was für eine traurige Nachricht. Ich bete für alle", schrieb Sprint-Weltrekordler Usain Bolt voller Anteilnahme. "Warum müssen unschuldige Menschen bluten!!!? Betet für die Verletzten und leider für die Toten und deren Angehörigen! Wahnsinn!", twitterte Sabrina Mockenhaupt. Die Läuferin aus dem Siegerland war bei dem Lauf-Klassiker Zehnte geworden.
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